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BUND Sachsen-Anhalt

BUND: Elb-Auen in katastrophalem Zustand

19. Oktober 2019 | BUND, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz

Schutz der Natur- und Kulturlandschaft muss Priorität haben

Resolution der Landesdelegiertenversammlung des BUND Sachsen-Anhalt e.V., verabschiedet am Samstag, dem 19. Oktober mit einem Aufruf an die Bundesregierung und die Landesregierung 

Magdeburg/Dessau: Der Flusslandschaft Elbe fehlt das Wasser. Altwasser und Flutrinnen sind ausgetrocknet, die Kronen der Solitäreichen sind schütter, die Bäume in den größten Hartholzauenwäldern Mitteleuropas kränkeln sichtbar, viele sind abgestorben. Die Elb-Auen befinden sich in einem katastrophalen Zustand. Die trockenen Jahre 2018 und 2019 haben dieser Landschaft massiv zugesetzt, doch das Wasser fehlt nicht nur von oben, es fehlt aufgrund der Tiefenerosion der Sohle der Elbe auch von unten:

Aufgrund der künstlichen Einengung der Elbe durch Flussbauwerke mit dem Ziel, den Fluss zu vertiefen, um aus ihm eine ganzjährig befahrbare Wasserstraße zu machen, frisst sich die Elbe zwangsweise immer weiter in ihr eigenes Bett. Der Wasserspiegel der Elbe fällt und mit ihm der Grundwasserspiegel in der Aue. Jeder weitere Zentimeter, den die Elbe vertieft wird, verschärft diesen Prozess. Doch trotz aller Bemühungen, die Schiffbarkeit herzustellen, werden immer weniger Güter auf dem Fluss transportiert – d.h. die Baumaßnahmen nutzen der Schifffahrt nicht, schaden aber der Natur.

Internationale Schutzgebiete wie das UNESCO Biosphärenreservat Mittel Elbe und die Schutzgebiete von Natura 2000 sind in ihrem Bestand gefährdet. Doch auch die Kulturlandschaft, wie das UNESCO Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich, aber auch Forst- und Landwirtschaft leiden unter dem verstärkten Wassermangel. Das Land Sachsen-Anhalt und das Bundesverkehrsministerium als Eigentümer der Wasserstraße Elbe stehen hier in der Verantwortung schnellstens zu handeln.

Der BUND Sachsen-Anhalt fordert:

  • Der Umgang mit der Elbe muss sich diametral ändern. Die Flusslandschaft darf nicht für eine Wasserstraße geopfert werden, die kaum noch genutzt wird.
  • Priorität muss der Schutz des wertvollen Natur- und Kulturerbes haben.
  • Die Sohlerosion muss schnellstens gestoppt und umgekehrt werden, so wie es das Gesamtkonzept Elbe vorsieht.
  • Das Flussbett darf nicht weiter eingeengt, sondern muss wieder aufgeweitet werden.
  • Die weitere ökologische Verschlechterung, unter anderem durch Versalzung muss vermieden werden.

Die naturnahe Elbe mit ihrer schönen Landschaft und den ursprünglichen Auen ist die Basis für eine wirtschaftliche Erfolgsstory, die hier Ihresgleichen sucht: dem Naturtourismus mit dem Elberadweg. Insbesondere unzählige kleinere Unternehmen in der Region profitieren davon. Diese positive Entwicklung würde mit dem Festhalten an den Plänen die Elbe weiter zu vertiefen zunichte gemacht werden.

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