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BUND Sachsen-Anhalt

BUND stellt Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Zerstörung von Staueinrichtungen im Umfeld des Stadtforstes Salzwedel am Grünen Band

11. Juli 2019 | BUND, Flüsse & Gewässer, Grünes Band, Wälder, Naturschutz, Lebensräume

Große Bedrohung für bundesweit einmaligen Wasserfeder-Erlenbruchwald

Bei einer Befahrung auf Grund von Hinweisen musste der BUND feststellen, dass es im Umfeld des Stadtforstes Salzwedel zur Zerstörung bzw. Außerbetriebsetzung von Staueinrichtungen gekommen ist. Es wurde eine Sohlschwelle zur Anhebung des Wasserstandes aufgegraben und auf einer Fläche des BUND eine Stauvorrichtung durch Herausnahme der Stautafeln außer Betrieb gesetzt.

Die Auswirkungen zeigen sich bereits ganz deutlich in stark abgesunkenen Wasserständen im Stadtforst Salzwedel, die teilweise bis zu 30-40 cm niedriger als gegenüber den jahrzehntelang gängigen Werten liegen.

„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist dies nicht durch die Trockenheit erklärbar, denn auch in anderen sehr trockenen Jahren ist dieser starke Abfall erst sehr viel später im Jahr eingetreten. In diesem Frühjahr waren die Wasserstände in den besonders wertvollen Waldbereichen des Stadtforstes noch weitgehend in Ordnung“ so die Einschätzung von Dieter Leupold, Projektleiter Grünes Band, der dieses Waldgebiet seit fast 30 Jahren sehr genau kennt und beobachtet. Besonders betroffen ist eine ca. 300 ha große Waldfläche, die sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Wasserfeder-Erlenbruch entwickelt hat. Diese Waldgesellschaft ist auf ganzjährig hohe Wasserstände angewiesen und ist bundesweit vom Aussterben bedroht. Eine Fläche mit diesem Lebensraum in dieser Ausdehnung dürfte in Deutschland nahezu einmalig sein. Neben dem Vorkommen der Wasserfeder ist dieses Waldareal noch Lebensraum für den Kranich sowie Amphibienarten wie Moor- und Laubfrosch.

„Wir haben uns daher auch entschlossen heute Strafanzeige gegen Unbekannt zustellen. Denn die vorsätzliche Zerstörung oder Beeinträchtigung von Lebensräumen besonders geschützter Tier- und Pflanzenarten stellt kein Kavaliersdelikt dar, sondern ist eine Straftat“ macht Dieter Leupold die besondere Relevanz dieses Eingriffs deutlich.

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