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BUND Sachsen-Anhalt

Die Wiesenweihe

Der leichte Vogel und seine Nester bedürfen besonderen Schutzes. Erfahren Sie hier mehr über das gestartete Projekt.

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BUND startet Schutzprojekt für die Wiesenweihe

Foto: René Fonger

Die Wiesenweihe gehört zur Familie der Habichtartigen und ist auch mit den Milanen verwandt. Sie ist jedoch bedeutend graziler und mit einem Körpergewicht von 300-400g sogar leichter als eine Krähe. Durch den leichten Körperbau und die großen Flügel ist sie ein exzellenter Segelflieger. Sie überwintert in der Sahelzone und verbringt ca. 4 Monate in Mitteleuropa, von Ende April bis August. Direkt nach der Ankunft aus dem Winterquartier besetzen die Männchen ihre Reviere. 

 

Früher schwerpunktmäßig ein Bewohner ausgedehnter Niederungen, wo sie in Seggenriedern und feuchten Hochstaudenfluren ihr Nest anlegte, wechselte sie verstärkt seit den 70er Jahren in Wintergetreide-Flächen und andere Feldfrüchte. Grund war der starke Rückgang an natürlichen Lebensräumen und Veränderungen des Klimas sowie eine frühere Reife des Getreides durch neue Züchtungen. Hier ist sie, je nach gewählter Feldfrucht, extrem durch Erntearbeiten gefährdet.

Ziel des Projektes ist es deshalb, die Neststandorte frühzeitig zu finden und vor der Ernte zu schützen. Im Schwerpunktgebiet ihrer Verbreitung in Sachsen-Anhalt, dem Altmarkkreis Salzwedel, brüten jährlich 15 bis 25 Paare, dies ist über die Hälfte des landesweiten Bestandes mit 30 bis 40 Paaren. Hier fanden auch schon Bruten in Feuchtwiesen des Grünen Bandes statt, wie nördlich von Hoyersburg. Im Vorjahr gab es ein Brutpaar nördlich von Osterode am Fallstein, im Großen Bruch, dass auch zum Grünen Band gehört. 

Als Bodenbrüter stellt die Prädation einen weiteren wesentlichen Faktor für den Bruterfolg dar. Deshalb werden Nester auch durch das Aufstellen eines Zaunes von 2x2 Metern und einem Meter Höhe, vor Prädatoren, wie dem Fuchs geschützt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist der Schutz vor Lagerbildung, wenn nach Starkregen der Getreidebestand umfällt und dadurch das Nest verschüttet wird. Deshalb ist das frühzeitige auffinden und schützen der Nester unerlässlich. Sonst würden bis zu 80% der Bruten nicht erfolgreich sein.

Ein guter Erfolg ist jedoch nur durch einen hohen Zeiteinsatz möglich. Mit dem Beginn der Revierbesetzung muss das gesamte Untersuchungsgebiet abgesucht werden. Durch die wechselnden Anbauflächen und die in der Altmark vorherrschenden großen Schläge, gibt es immer Verlagerungen des Brutplatzes. Als Vogel des Offenlandes setzen sich die Tiere gerne auf den Boden, so dass sie oft übersehen werden. Häufig kommt es auch zu Umsiedlungen, z.B. wenn es an den Nestbau geht. Das Männchen besetzt das Revier, das Weibchen sucht aber den Brutplatz aus, dieser kann dann auch mehrere Kilometer von dem Platz entfernt sein, wo sich das Paar vielleicht schon die ganze erste Mai-Hälfte aufgehalten hat. Hat die Brut erst begonnen, finden über den Tag verteilt nur wenige Beuteflüge des Männchens statt, um das brütende Weibchen zu versorgen. Abstände von 3-4 Stunden sind keine Seltenheit. In der Zwischenzeit halten sich die Männchen nur selten im Nestumfeld auf. So kann man mehrere Stunden in der Brutzeit neben einem Feld stehen und nichts sehen und es findet dort trotzdem eine Brut statt. Deshalb ist bei der Erfassung von Wiesenweihen immer viel Geduld gefragt.

Das Land Sachsen-Anhalt fördert das mit EU-Geldern kofinanzierte Projekt, aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Das Projekt hat eine Laufzeit von 4 Jahren. 

„Was vor gut 15 Jahren als ABM-Projekt der ABS-Drömling im Umweltamt des Altmarkkreises Salzwedel klein begonnen hat, hat sich inzwischen zu einem Artenschutzprojekt mit landesweiter Bedeutung entwickelt. Es freut uns daher, dass es uns jetzt gelungen ist dafür eine Förderung vom Land zu erhalten, so dass über den BUND dieses Schutzprojekt für die nächsten vier Jahre fortgesetzt werden kann“, so das Fazit von Dieter Leupold, Projektleiter Grünes Band beim BUND.

Wer Sichtungen der Wiesenweihe melden möchte, kann dies telefonisch unter der Nummer 01634588642 tun oder eine Nachricht an die Adresse wiesenweihe.lsa(at)web.de senden. Ornithologisch Interessierte können auch das Portal www.ornitho.de für Beobachtungen, nicht nur der Wiesenweihe, nutzen.

Nehmen Sie Kontakt auf!

Dieter Leupold

Stellvertretender Vorsitzender
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