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BUND Sachsen-Anhalt

Die Wiesenweihe

Der leichte Vogel und seine Nester bedürfen besonderen Schutzes. Erfahren Sie hier mehr über das gestartete Projekt.

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BUND startet Schutzprojekt für die Wiesenweihe

Foto: René Fonger

Die Wiesenweihe (Circus pygargus) gehört zu den seltensten Vogelarten in Deutschland und in Europa. Sie ist nach den Roten Listen der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Sachsen-Anhalt vom Aussterben bedroht bzw. stark gefährdet. Die europaweite Gefährdung der Art drückt sich in ihrer Aufnahme in den Anhang I der europäischen Vogelschutzrichtlinie aus. Im Altmarkkreis Salzwedel wurden seit 2004 Schutzprojekte nach dem Vorbild anderer Bundesländer, wie Bayern und Nordrhein-Westfalen, umgesetzt.

Ziel des Projektes ist es die heute fast nur noch in landwirtschaftlichen Kulturen brütende Art vor den Erntearbeiten zu schützen. Ein Großteil der Bruten würde vernichtet werden, da die Jungvögel meist noch nicht flügge sind. Die Nester werden lokalisiert und mit einem Zaun vor Prädatoren geschützt. Sind die Jungen zur Ernte noch nicht flügge, wird eine Schutzzone um das Nest von der Ernte ausgespart und erst geerntet, wenn die Jungvögel ausgeflogen sind.

Der Altmarkkreis Salzwedel ist mit Abstand der wichtigste Lebensraum für die Wiesenweihe in Sachsen-Anhalt. 

Bilanz des Schutzprojektes für die Wiesenweihe im Jahr 2018:

Das vom BUND durchgeführte Schutzprojekt für die Wiesenweihe verlief erfolgreich. Trotz der großen Trockenheit und der dadurch verursachten extrem frühen Ernte, konnten im Altmarkkreis Salzwedel 16 Brutpaare der streng geschützten Greifvogelart gefunden werden. Durch das Einzäunen der Nester als Schutz vor Prädatoren und das Belassen einer Restfläche bei der Ernte, waren 12 Paare erfolgreich. Über 30 Jungvögel wurden flügge. Im Landkreis Stendal konnten zusätzlich 4 Bruten vor der Ernte gerettet werden. Hier wurden insgesamt 11 Jungen flügge. Dies ist für einen Bodenbrüter ein hoher Anteil von erfolgreichen Bruten. Ohne Schutzmaßnahmen würde sich der Anteil umkehren und höchstens ein Viertel der Bruten wäre erfolgreich. Ein so niedriger Bruterfolg reicht nicht um die Population in der Altmark zu erhalten. Deshalb sind die Schutzbemühungen in der Altmark auch von überregionaler Bedeutung für die Bestandssicherung in anderen Regionen Deutschlands.  

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Brutpaarzahlen im Altmarkkreis Salzwedel seit 2004. Die Bestandsentwicklung ist positiv, schwankt aber in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot. So schritten 2011 und 2015 besonders viele Paare zur Brut, da es dort eine Massenentwicklung von Feldmäusen gab. Im Jahr 2017 gab es keine kreisweite Erfassung, deshalb hier rot markiert. 

Die Zusammenarbeit mit den Landwirten ist von entscheidender Bedeutung für das Projekt. Nur durch ein Miteinander von Naturschutz und Landwirtschaft kann der Schutz dieser Art gelingen.

An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an alle Landwirte, die das Projekt unterstützt haben.

Mittlerweile ist der Großteil der Wiesenweihen schon in ihrem Winterquartier in der Sahelzone angekommen, wo sie bis zum nächsten März verweilen werden.

Das Schutzprojekt für die Wiesenweihe kann bis zum Jahr 2021 fortgeführt werden.  
Ermöglicht wird dieses Schutzprojekt für die Wiesenweihe durch eine Förderung des Landes Sachsen-Anhalt im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekten mit Mitteln aus dem Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) (Az.: 407.1.10-60128/630118000003).

 

 

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Dieter Leupold

Stellvertretender Vorsitzender
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