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BUND Sachsen-Anhalt

BUND-Gewässerreport: Alarmierender Zustand von Deutschlands Flüssen und Seen

16. Mai 2018

Gewässerausbau für Güterschifffahrt schadet Elbe und ihre Auen

Magdeburg/Dresden 16. Mai 2018: Insgesamt 92 Prozent aller Flüsse und Seen in Deutschland sind in einem beklagenswerten Zustand, die Elbe ist einer davon. Ursachen dafür gibt es viele, unter anderem zu viel Dünger und Pestizide aus der Agrarindustrie, Schadstoffe aus dem Bergbau oder Begradigung und Vertiefung vor allem für die Schifffahrt – Grund der akuten Problemlage an der Elbe. Der BUND präsentiert heute seinen Gewässerreport, in dem die Elbe mit vier Beispielen vertreten ist, und startet zeitgleich die Kampagne „Rette unser Wasser“. Das Ziel ist, ein Aufweichen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) im Rahmen des anstehenden Überprüfungsprozesses auf europäischer Ebene zu verhindern.

„Seit Anfang der 1990er Jahre wird versucht, durch Uferschotterungen die Elbe zu einer nahezu ganzjährig befahrbaren Wasserstraße zu vertiefen, jedoch ohne Erfolg. Statt mehr werden immer weniger Güter auf der Elbe transportiert. Im Jahr 2017 waren es nur noch 0,26 Millionen Tonnen“, so Iris Brunar vom BUND-Elbeprojekt. „Das aktuelle Niedrigwasser macht es deutlich: Die Elbe ist von extremen, langanhaltenden Trockenphasen geprägt – ein planbar Transport auf Schiffen ist nicht möglich. Auch derzeit kommt die Güterschifffahrt bei Fahrrinnentiefen von um die 1,20 Meter zum Erliegen.“

Für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie hingegen wurden an der Elbe bisher nur wenige wasserbauliche Maßnahmen realisiert. Dabei steht viel auf dem Spiel. Die Elbefrisst sich über lange Strecken immer tiefer in ihr Bett unter anderem in Folge der künstlichen Vertiefung und Einengung des Flussbettes für die Schifffahrt. Damit sinkt in diesen Bereichen mit dem Wasserspiegel des Flusses auch der Grundwasserspiegel in der benachbarten Aue. Diese Auenlandschaften und das UNESCO-Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich sind somit verstärkt von Trockenheit bedroht.

„Dieser Prozess der Eintiefung beschleunigt sich selbst und muss dringend gestoppt werden. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht, denn die Elbe und ihre Auen sind aufgrund ihrer noch relativen Naturnähe ein beliebtes Reiseziel geworden. Damit zahlt sich für die Menschen vor Ort die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie aus“, betont Brunar. Der gute ökologische Zustand, der nach der Wasserrahmenrichtlinie bis spätestens 2027 erreicht sein müsse, sei mit dem Ziel eine nahezu ganzjährig befahrbare Wasserstraße an der Elbe herzustellen nicht vereinbar. Der BUND fordert die Politiker in Berlin und Brüssel auf, die Wasserrahmenrichtlinie so zu belassen, wie sie ist und endlich konsequent umzusetzen.  

Hintergrund:

Deutschland hat sich im Jahr 2000 verpflichtet, die Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen und bis 2015, allerspätestens bis 2027, alle Gewässer in einen „guten Zustand“ zu bringen. Dieser Verantwortung wird Deutschland aber nicht gerecht, wie der Gewässerreport des BUND zeigt. Der Verband befürchtet, dass die Regierungsparteien den jetzt im Sommer anstehenden Überprüfungsprozess auf EU-Ebene nutzen werden, um die Umsetzung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie weiter zu verschieben oder gar Standards abzusenken.

Die Kampagne „Rette unser Wasser“ soll dies in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und verhindern, dass der Gewässerschutz weiter untergraben und hintenangestellt wird.

Weitere Informationen zum Thema:
Auf der Internetseite der BUND-Wasserkampagne www.rette-unser-wasser.de und unter www.bund.net/fluesse-gewaesser/ finden Sie zahlreiche weiterführende Informationen rund um unser Wasser

Den Gewässerreport finden Sie unter: www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/bund-gewaesserreport-2018

Pressekontakt:
Iris Brunar, BUND-Elbeprojekt, Tel.: 0340-850 7978, E-Mail: iris.brunar(at)bund.net
Laura von Vittorelli BUND-Expertin für Gewässerpolitik, Tel.: 030-27586-532, E-Mail: gewaesser(at)bund.net  

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