Die Europäische Wildkatze in Sachsen-Anhalt

Ursprünglich in ganz Deutschland heimisch, leben heute etwa 5.000 bis 7.000 Tiere in Deutschland. Der BUND Sachsen-Anhalt engagiert sich seit Jahrzehnten für den Schutz ihrer Lebensräume hier vor Ort.

Aktuelles Projekt: Wildkatzenwälder von morgen

Die Europäische Wildkatze konnte in den letzten Jahrzehnten vielerorts in Deutschland wieder nachgewiesen werden – auch in Sachsen-Anhalt. In weite Regionen Deutschlands und Mitteleuropas hat sie jedoch noch keine Tatze gesetzt. Damit sie sich weiter ausbreiten kann, braucht sie naturnahe Laub- und Mischwäldern mit Lichtungen und viel Totholz.

Im Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ will der BUND mehr Wälder wildkatzengerecht gestalten und Gefahrenquellen für den Wildkatzenbestand minimieren. Davon profitieren auch viele andere Arten – wir Menschen eingeschlossen.

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Wie geht es der Wildkatze?

 (BUND)

Leise und fast unbemerkt schleichen sie noch durch unsere Wälder: Kleine “Tiger“, wie die Wildkatze. Jedoch werden ihre Schleichwege immer weiter begrenzt. Der Grund: Flächenverluste. Dieser Begriff steht für die Verkleinerung von Lebensräumen, die Zerschneidung von Natur und Landschaft und die voranschreitende urbane Entwicklung.

Die damit verbundenen Habitatverluste sind besonders für großräumig lebende Säugetierarten wie die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) ein massives Problem. Bis vor etwa 250 Jahren war sie in Deutschland noch weit verbreitet.

Ein trauriges Schicksal ereilte sie - Populationen wurden getrennt und der Bestand bis auf ein kritisches Maß dezimiert. Dies führt zu einem mangelnden genetischen Austausch und zu einem nachweisbaren lokalen, regionalen und überregionalen Verschwinden der Art. So wurden die Wildkatzen in Deutschland auf ca. 5 % ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes zurückgedrängt.

Heute haben sich die Bestände der Europäischen Wildkatze in Deutschland durch intensive Schutzbemühungen erholt. Dennoch ist noch keine Entwarnung gegeben: Die bestehenden Populationen müssen durch eine "Grüne Infrastruktur" – Lebensadern aus Büschen und Bäumen – miteinander vernetzt werden.

 (BUND)

Wildkatzen sind sehr scheue, dämmerungsaktive Tiere mit einem hohen nationalen und internationalen Schutzstatus. In der Berner Konvention werden sie im Anhang II als „streng geschützte Tierart“ geführt und auch die FFH-Richtlinie der Europäischen Union hat die Wildkatze als streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse in den Anhang IV aufgenommen. Die Rote Liste der Bundesrepublik Deutschland stuft die Art als gefährdet ein.

 

 

 

Ein Katzenkörper liegt auf Asphalt.

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Ihre Beobachtung einer Wildkatze - egal ob lebendig oder tot - kann zu neuen Erkenntnissen für den Schutz und die Forschung an der Art führen. Erfahren sie, welche Informationen wir genau benötigen.


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Wildkatzen-Wissen

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Biologie

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) ist, wie Löwe, Luchs und Tiger, ein Mitglied der großen Katzenfamilie und heimisch in Europas Wäldern. Dennoch ist sie keine direkte Vorfahrin unserer Hauskatze (Felis catus).

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Verbreitung

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Wildkatze in Europa, mit Ausnahme Skandinaviens, weit verbreitet. Der Verlust von Waldlebensräumen und die intensive Bejagung der Wildkatze führten zu einem starken Rückgang der Art.

heutige Verbreitung

Lebensräume

Wilde Wälder 

mit Baum- und Felshöhlen, viel Totholz sowie Lichtungen und verborgenen Wiesen – sind Lebensräume, in denen die Wildkatze Deckung, Wurfplätze für ihre Jungen und Nahrung findet.

mehr zu Lebensräumen

Gefährdung

Neben dem allgemeinen Verlust von Waldlebensräumen fällt eine hohe Anzahl Wildkatzen dem Straßenverkehr zum Opfer. Häufig werden jungerwachsene Wildkatzen auf der Suche nach eigenen Streifgebieten überfahren.

weitere Gefahren

Schutz

Der gesetzliche Schutz der Wildkatze im Naturschutz- und Jagdrecht konnte ihr Aussterben verhindern. Die Europäische Gemeinschaft führt die Wildkatze im Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat (FFH-) Richtlinie auf. Sie ist somit eine Art von gemeinschaftlichem Interesse, die streng zu schützen ist.

Schutzmaßnahmen

BUND-Projekte

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat sich seit 2004 das Ziel gesetzt, Wildkatzenwälder zu schützen und länderübergreifend wieder miteinander zu vernetzen. Seit 2022 läuft in Sachsen-Anhalt und neun weiteren Bundesländern das Projekt "Wildkatzenwälder von morgen".
 

"WILDKATZENWÄLDER VON MORGEN" 

Vorherige Projekte

Kontakt

Christian Kunz

Projektleitung
E-Mail schreiben Tel.: 0391 56307814

Wildkatzenbüro Sachsen-Anhalt

Nicole Hermes

Naturschutzfachliche Koordination
Franzigmark 6 06193 Petersberg b. Halle, OT Morl /Alaune E-Mail schreiben Mobil: 0151 23536894

Luisa Littich

Öffentlichkeitsarbeit & Freiwilligenmanagement
E-Mail schreiben Mobil: 0151 23537190

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Lehrmaterial für Schulen

Umweltbildungspaket "Für die Katz"

Die Bildungsmappe enthält Umweltbildungsmaterialien zum Thema Wildkatze und Waldverbund, vom Kindergarten bis zum Abitur. Damit können Unterrichtseinheiten rund um den Schutz der Biodiversität am Beispiel der Wildkatze gestaltet werden. 

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