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BUND Sachsen-Anhalt

Die kleine Hochstaplerin – die Haselmaus

Haselmäuse leiden in Deutschland – ähnlich wie die Wildkatze – unter dem Verlust ihres Lebensraumes und der Zerschneidung der Waldgebiete. (Foto: Haselmaus von Herwig Winter, BUND Hessen)

Haselmäuse brauchen Abwechslung im Futter – Knospen und Blüten im Frühjahr, Beeren und Früchte im Sommer, Samen und Nüsse im Herbst - was nur reich strukturierten, unterholzreichen Wäldern zu finden ist. In unseren Wäldern fehlt oft die für Haselmäuse so wichtige Strauchschicht mit all den Nahrungspflanzen und am Waldrand gibt es meist nur wenige Sträucher.

Haselmäuse sind außerdem durch die Verinselung unserer Wälder gefährdet. Straßen, große Felder ohne Hecken oder Baumreihen machen einen Genaustausch der Haselmäuse oder eine Besiedlung von leeren Revieren fast unmöglich.

Derzeit steht sie auf der Roten Liste Sachsen-Anhalts unter der Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) eingestuft. 

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Wer hat die Nüsse angeknabbert?

Haselmaus von Herwig Winter, BUND Hessen

Haselmäuse sind Nagetiere. Sie gehören zu den Schlafmäusen (Bilchen) und sind nachtaktive Tiere, die etwa die Größe einer Hausmaus haben. Die Winterschlaf haltenden Tiere fressen je nach Jahreszeit Blüten, Pollen, Früchte und natürlich Haselnüsse. Sie bekommen 1-2 mal im Jahr Nachwuchs mit 2-6 Jungtieren.  

Ihr Lebensraum sind Laubwälder mit starkem Unterwuchs. In Sachsen-Anhalt kommen die Nager im Süden bzw. Südwesten vor. Ihr wichtigstes Verbreitungsgebiet ist der Harz. Hier bauen die Haselmäuse Nester in Baumhöhlen und dichtem Gebüsch, aber auch in Nistkästen.  

Die Haselmaus ist vom Aussterben bedroht und daher besonders geschützt. Diese Maßnahmen reichen jedoch nicht aus, wenn die Lebensräume der Tiere kontinuierlich zerstört werden. Durch die Verinselung der Wälder kommt es beispielsweise nicht mehr zum Genaustausch zwischen den Populationen und so steigt die Anfälligkeit der Nager für Erbkrankheiten durch Inzucht. Außerdem fehlt inzwischen in vielen Wäldern die wichtige Strauchschicht. Dadurch gibt es kaum noch Versteckmöglichkeiten, aber auch die benötigte Vielfalt an Nahrung lässt sich so für die Tiere kaum noch finden.

Lesen Sie mehr zur Haselmaus beim BUND Halle-Saalekreis...  

Verbreitung

Die Haselmaus besiedelt Europa von Südschweden bis zum Mittelmeer und östlich bis Russland. Die Art fehlt in Teilen Großbritanniens, in Irland, auf der Iberischen Halnbinsel und in weiten teilen Skandinaviens. Auch aus Belgien, den Niederlanden und dem norddeutschen sowie dem polnischen Tiefland sind keine zusammenhängenden Vorkommen bekannt.

In Deutschland ist die Haselmaus vor allem im kollinen und montanen Bereich verbreitet. Für Ostdeutschland betrifft dies den Harz, die Rhön, den Thüringer Wald, das Erzgebirge und die Lausitz.
Ein isoliertes Vorkommen auf Rügen konnte kürzlich bestätigt werden.

In Sachsen-Anhalt existieren derzeit mit dem Harz, dem Unstrut-Triasland und dem Zeitzer Forst drei mehr oder weniger getrennte Vorkommensgebiete im Süden und Südwesten.
Das wichtigste Verbreitungsgebiet ist dabei der Harz, wo sich die Haselmauspopulationen auf den Südharz (Gipskarst) sowie das Holzplateau im Ober- und Ostharz konzentrieren.
Im Unstrut-Triasland wird das Gebiet südlich der Unstrut und westlich der Saale besiedelt, wo die Haselmaus in den Laubmischwäldern offenbar nicht selten ist.
Das Vorkommen der Haselmaus in Sachsen-Anhalt ist derzeit nur unzureichend untersucht. Das Verbreitungsbild basiert zum überwiegenden Teil auf Einzelbeobachtungen.

Nussjagd

Warum ist die Nussjagd eine gute Aktion für den Haselmaus-Schutz?

Die Haselmaus ist klein, scheu und hauptsächlich nachts in dichten Sträuchern unterwegs — also schwer zu beobachten. Deshalb wissen Biologen und Naturschützer sehr wenig darüber, wo sie in Deutschland zu Hause ist. Es wird vermutet, dass der Haselmaus viel von ihrer Heimat verloren gegangen ist. Sie zählt daher zu den gefährdeten Tierarten und ist als europäisch geschützte Art im Anhang IV der FFH-Richtlinie aufgeführt. Damit Schutzmaßnahmen für die Haselmaus umgesetzt werden können, muss man erst einmal herausfinden, wo sie genau vorkommt.

Wie funktioniert die Nussjagd?

Im Herbst, wenn sich die Haselmaus Winterspeck für den Winterschlaf anfressen muss, ist die Haselnuss ihre Lieblingsnahrung.

Die Nüsse werden direkt auf dem Strauch gefressen. Dazu nagt die Haselmaus ein kleines Loch in die Haselnussschale. Wenn die aufgenagte, leere Nuss dann heruntergefallen ist, braucht man diese nur noch aufzusammeln. Viele andere Tiere fressen ebenfalls Haselnüsse. Sie hinterlassen jedoch andere charakteristische Spuren als die Haselmaus.  Das ist der Ansatz für die  Nussjagd.

Kinder und Erwachsene gehen im möglichen Verbreitungsgebiet auf die Suche. Sie suchen in  Wäldern, Feldgehölzen oder alten Hecken nach Haselnusssträuchern. Nun werden aufgenagte Haselnüsse aufgesammelt.  Anschließend werden die Nüsse nach den Spuren, die an  ihnen zu entdecken sind, sortiert. Sind Nüsse dabei, von denen die Sammler denken, dass eine Haselmaus sie benagt hat, werden diese „Verdachtsfälle“ gemeinsam mit einem „Jagdbericht“ an den BUND eingeschickt. So können die BUND- Spezialisten die Nüsse kontrollieren und schrittweise die Verbreitungskarte der Haselmaus vervollständigen.

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Mach mit bei der Nussjagd! Liebe Haselmaus-Forscher*innen, bitte sendet den Jagdbericht und die wahrscheinlich von Haselmäusen aufgenagten Nüsse in das Haselmausbüro des BUND-Regionalverbands Halle-Saalekreis. Dankeschön!

Wir geben dir dann schnellstmöglich Bescheid, ob du der Haselmaus auf die Spur gekommen bist.

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Haselmausbüro im BUND-Umweltzentrum Franzigmark

BUND-Regionalverband Halle-Saalekreis // Franzigmark 6, 06193 Petersberg

Ansprechpartnerinnen: Nicole Hermes & Therese Thümmler

Telefon: 0345 682 576 08

E-Mail: nicole.hermes@bund-halle.de  // therese.thuemmler@bund-halle.de

Nehmen Sie Kontakt auf!

Ralf Meyer

Vorsitzender des Regionalverbands Halle-Saalekreis
E-Mail schreiben

Ob Kindergartenkind oder Revierförster*in jede*r kann auf Nussjagd gehen und wertvolle Hinweise auf Haselmausvorkommen sammeln.

Wie und warum? Hier findet ihr die Nussjagd-Anleitung.

Über die Haselmaus

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Biologie

Die Haselmaus gehört zu den Schläfern (Gliridae), die auch Bilche genannt werden. Sie ist die kleine Verwandte des größeren Siebenschläfers und Gartenschläfers, wie ein Blick auf den Schwanz sofort verrät: Er ist dicht, fast buschig behaart, ein perfektes Steuer beim Springen im Geäst. Die echten Mäuse haben dagegen einen dünnen, fast nackten Schwanz.

weitere Merkmale

Verbreitung

Die Haselmaus besiedelt Europa von Südschweden bis zum Mittelmeer und östlich bis Russland. Die Art fehlt in Teilen Großbritanniens, in Irland, auf der Iberischen Halnbinsel und in weiten teilen Skandinaviens. Auch aus Belgien, den Niederlanden und dem norddeutschen sowie dem polnischen Tiefland sind keine zusammenhängenden Vorkommen bekannt.

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