Die Fledermaus – Jäger der Nacht

24 Fledermausarten kommen in Deutschland vor, nur zwei davon gelten derzeit als ungefährdet. Sie leiden stark unter der intensiven Land- und Forstwirtschaft, deren Pestizide ihre Nahrungsgrundlage vernichtet.

Fledermäuse gibt es schon seit etwa 50 Millionen Jahren. Sie sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Die Fledermäuse benötigen unseren Schutz, damit wir diese nützlichen Tiere auch noch in einigen Jahren bei der Insektenjagd beobachten können. Alle europäischen Fledermäuse folgen einem vom Klima bestimmten Jahresablauf. Daher benötigen sie Quartiere, die ihnen Schutz vor schlechter Witterung und vor Feinden bieten. Es lassen sich Sommer- von Winterquartieren unterscheiden. Im Sommer bevorzugen sie trockene und warme Plätze und suchen sich somit häufig auf Dachböden oder zwischen Holzverkleidungen einen Unterschlupf. Dort bekommen sie ein bis zwei Junge.

Während des Winterschlafes sind die Fledermäuse auf ungestörte, kühle und feuchte Orte angewiesen. Werden sie dabei gestört, finden die Tiere oft nicht mehr die Kraft, im Frühjahr wieder aufzuwachen. Fledermäuse können nur in einer pestizidfreien und natürlichen Umwelt überleben – wie wir auch. So helfen schon kleine, aber sehr effektive Veränderungen dabei, das Leben der flatternden Säuger zu retten.

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Aktiv werden

Heimliche Nachtschwärmer

Wusstest Du...

Zwergfledermaus-Gruppe  (Marcus Fritze)

... dass die Zwergfledermaus die kleinste Fledermaus Deutschlands ist? Sie wiegt nur 3–8 Gramm und hat eine Flügelspannweite von 18–25 cm – so klein wie ein Daumen!

... dass das Große Mausohr die größte Fledermaus Deutschlands ist? Mit einer Flügelspannweite von bis zu 43 cm und einem Gewicht von bis zu 40 Gramm ist sie ein echter Riese unter den heimischen Fledermäusen.

... dass die Bechsteinfledermaus zu den seltensten Arten Deutschlands gehört? Sie ist stark gefährdet und lebt vor allem in alten Laubwäldern mit Baumhöhlen. In einigen Regionen ist sie bereits verschwunden.

... dass der Große Abendsegler die weitesten Wanderungen unter den deutschen Fledermäusen unternimmt? Einige Individuen ziehen im Winter bis nach Südwesteuropa – eine Strecke von über 1.000 km!

... dass Fledermäuse ihre Beute mit Ultraschall orten? Sie senden hochfrequente Rufe (bis zu 200 kHz) aus und analysieren das Echo. Die Zwergfledermaus nutzt dabei Frequenzen von bis zu 72 kHz – für Menschen nicht hörbar!

Die besondere Neuigkeit

Kleine Hufeisennasen-Fledermaus beim Winterschlaf  (Marcus Fritze)

Nach mehr als vier Jahrzehnten wurde die Kleine Hufeisennase, eine der seltensten Fledermausarten Deutschlands, wieder im Südharz nachgewiesen. Nachdem seit 2016 zunächst einzelne bioakustische Nachweise und ein Netzfangnachweis im Gebiet des Biosphärenreservats gelang, gibt es nun den ersten Quartiernachweis nach 44 Jahren: In der Heimkehle, einer Schauhöhle im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz. Dort wurde die Art 1980 zuletzt nachgewiesen – der letzte Nachweis im gesamten Harz, danach war die Art für lange Zeit verschollen.

 

 

Fledermausschutz

Um Fledermäuse zu schützen, gibt es verschiedene Ansätze: Der Erhalt alter Biotopbäume mit Höhlen ist essenziell, da sie als Sommerquartiere dienen. Das Anbringen von Fledermauskästen an sonnigen, regengeschützten Fassaden bietet zusätzliche Unterkünfte. Besonders wichtig ist auch der Schutz der Winterquartiere, etwa durch den Erhalt von Höhlen, Kellern oder Bergwerken und deren Verschluss mit fledermausfreundlichen Gittern, um Störungen zu vermeiden. Aufklärung durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit – etwa durch Vorträge, Exkursionen oder Schulprojekte – kann das Bewusstsein für den Fledermausschutz stärken.

Auch technische Lösungen wie das Abschalten von Windkraftanlagen in Risikozeiten (z. B. in warmen Sommernächten) oder die Förderung pestizidfreier Landwirtschaft tragen zum Schutz bei. Jeder kann einen Beitrag leisten, sei es durch das Melden von Fledermausquartieren an Naturschutzbehörden oder die Unterstützung lokaler Artenschutzprojekte. Fledermäuse sind nicht nur faszinierende Tiere, sondern auch wichtige Indikatoren für ein gesundes Ökosystem – ihr Schutz kommt daher der gesamten Natur zugute.

Viel besser als ihr Ruf

Beim Seminar Fütterung des Raubtieres

Fledermäuse werden seit Jahrhunderten mit Mythen, Aberglauben und Furcht verbunden.

Früher wusste man nichts über ihre wichtige Rolle im Ökosystem. Man wusste nicht, dass Fledermäuse nützliche Insektenfresser sind. Stattdessen fürchtete man ihre Nachtaktivität und ihr "unheimliches" Aussehen. Ferner können einige Arten Krankheiten wie die Tollwut übertragen, was zwar sehr selten in Europa geschieht, jedoch Ängste auslöst. Wenig hilfreich war sicher auch die Tatsache, dass in der christlichen Ikonografie Fledermäuse manchmal als Vorboten des Todes dargestellt wurden.

Der Mythos des Blutsaugers hat sich lange gehalten. Die Vampirfledermäuse in Mittel- und Südamerika haben Menschen das Bild prägen lassen, dass Fledermäuse "Blut trinken". Obwohl es in Europa keine einzige blutsaugende Arte gibt, hielt sich der Glaube lange. Bram Stokers Roman "Dracula" (1897) festigte das Bild der Fledermaus als Begleiter von Vampiren – bis heute ein Klischee in Horrorfilmen.

Sicherlich hat der Fakt, dass Fledermäuse dunkle Gestalten sind, die lautlos in der Nacht fliegen, sie oft mit Geistern, Hexen oder Dämonen in Verbindung gebracht. Im Harz gab es den Glauben, dass Fledermäuse Hexen in Tiergestalt seien. In der Walpurgisnacht am 30. April sollten sie an den Brocken fliegen, um sich mit dem Teufel zu treffen. Felsformationen wie die Teufelsmauer waren Schauplätze von Sagen, in denen Fledermäuse als Boten des Teufels galten. 

In anderen Kulturen findet man durchaus ganz andere Sichtweisen. In China können sie ein Symbol für Glück und Langlebigkeit sein. Das Wort für Fledermaus (fu 蝠) klingt wie das Wort für "Glück" (fu 福). Fledermaus-Motive zieren daher oft Porzellan oder Kleidung. In der Maya-Kultur war die Fledermaus sogar ein Gottheitssymbol. Die Gottheit Cama Zotz war die Fledermaus-Gottheit der Maya-Unterwelt Xibalbá. Der Name Cama Zotz wird aus den Wörtern kame (camé) für Tod und sotz (dzótz) für Fledermaus gebildet. Die Gottheit war Symbol von Tod und Wiederauferstehung. Und bei den Aborigines in Australien sind Fledermäuse Ahnengeister und werden mit Schöpfungsmythen verbunden.
 

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Ralf Meyer

Sprecher des Arbeitskreises Naturschutz
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Weitere spannende Informationen zu Fledermäusen findet ihr auf der Webseite des BUND Fledermauszentrum Hannover.

Fledermauszentrum

 

Gefährdung

Alle europäischen Fledermausarten sind nach Anhang IV der FFH-Richtlinie (EU) streng geschützt.

In Deutschland gelten sie als besonders geschützte Arten nach § 44 BNatSchG, in Sachsen-Anhalt stehen alle Fledermäuse auf der Roten Liste.

Negative Veränderungen des Lebensraums sind die größte Bedrohung für Fledermauspopulationen in Deutschland. Besonders kritisch sind Sommerquartierverluste, die durch das Fällen höhlenreicher Altholzbestände, die Aufforstung mit reinen Nadelholzmonokulturen oder den unsachgemäßen Verschluss von Winterquartieren entstehen. Auch Nahrungsmangel durch den Rückgang von Insekten – etwa durch den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft – führt zu dramatischen Bestandsverlusten. Selbst geringfügige Störungen, wie forstliche Eingriffe in der Nähe von Wochenstuben, können ganze Kolonien gefährden.

Zusätzlich sind Fledermäuse während ihres Zuges oder bei der Jagd Schlagopfer von Windkraftanlagen, da sie durch den Unterdruck an den Rotorblättern oder durch Barotraumata (innere Verletzungen durch Druckunterschiede) sterben können. Auch unsachgemäße Dachstuhlsanierungen mit giftigen Holzschutzmitteln oder Störungen in Winterquartieren durch touristische Nutzung, Bergbau oder Vandalismus bedrohen die Tiere. Selbst Lichtverschmutzung kann ihre Jagdrouten stören und sie zu leichter Beute für Fressfeinde machen.

Tabelle zu Gefährdung und möglicher Schutzmaßnahmen

Gefährdung durch Mögliche Schutzmaßnahmen Beispiel
Verlust von Altholz Biotopbäume erhalten Eichen mit Höhlen nicht fällen
Fehlende Quartiere Fledermauskästen anbringen Spaltkasten für Zwergfledermäuse
Windkraftanlagen In Risikozeiten abschalten Kein Betrieb bei warmem Wetter
Pestizide in der Landwirtschaft und im Garten Bio-Landbau fördern; Fledermausfreundlich gärtnern Insektizide vermeiden; Verzicht auf Pestizide im Garten
Störungen Winterquartieren (Höhlen) schützen Gitter mit kleinerer Maschenweite
Nahrungsmangel Pflanzenmischung für einen Fledermausgarten Nachtblühende Pflanzen für nachtaktive Insekten

Kurzportraits heimischer Arten

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Kleiner Abendsegler

Der Kleine Abendsegler (Nyctalus leisleri) zählt mit 48–72 mm Körperlänge und 26–34 cm Spannweite zu den eher größeren Arten und erreicht eine Körpergewicht von 11 bis 20 Gramm. Die Oberseite und der Kopf des Kleinen Abendseglers sind dunkelbraun und seine Unterseite gelbbraun gefärbt. Im Winter wird das Fell dunkler (graubraun), und bei Jungtieren ist es dunkelgrau.

Die Fledermausart bevorzugt als Sommerhabitat Waldgebiete mit genügend Baumhöhlen und Baumspalten, seltener Ortschaften oder Parkanlagen. Sie ist sehr standorttreu. Gerne nehmen Kleine Abendsegler auch Fledermauskästen an. Die Winterquartiere können in Baumhöhlen und in Gebäuden sein. Der Kleine Abendsegler ist ein Fernzieher, er kann dabei in kurzer Zeit 1.000 Kilometer Flugstrecke zurücklegen.

Für die Jahre 2026 und 2027 ist der Kleine Abendsegler Fledermaus des Jahres (BatLife Europe)!

Großer Abendsegler

Der Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) ist mit bis zu 82 mm Körperlänge, einer Spannweite von 37–46 cm und einem Gewicht von bis zu 40 Gramm eine große Art. Er wiegt damit bis zu doppelt so viel wie der Kleine Abendsegler. Ein kurzes, enganliegendes, einfarbig rostbraunes bis glänzend goldbraunes Fell, auffällige Drüsenwülste in den Mundwinkeln und große, dreieckige Ohren machen ihn relativ leicht zu bestimmen.

Der Große Abendsegler ist eine typische Baumfledermaus und bewohnt alte (Specht-)Höhlen, Gebäude oder Nistkästen. Man findet diese Art v. a. in Laub- und Mischwäldern, aber auch in offenem Gelände. Der Große Abendsegler führt lange Wanderungen zwischen den Sommer- und Winterquartieren durch. Die längste gemessene Strecke betrug 1546 km. 

Die Sommerquartiere werden in Gruppen aufgesucht. Im Winter sammeln sich bis zu 1.000 Tiere in großen Höhlen zum Winterschlaf. Das größte derzeit bekannte Winterquartier des Großen Abendseglers in Mitteleuropa ist die alte Levensauer Hochbrücke (Bahnstrecke Kiel-Flensburg). 

Braunes Langohr

Auch für das Braune Langohr (Plecotus auritus) waren Merkmale namensgebend: die Oberseite ist  graubraun bis dunkelbraun (die Unterseite hellgrau) und die Ohren sind sehr lang. Wie beim Grauen Langohr sind beim Braunen Langohr die Ohren länger als der Kopf und überragen, nach vorne geklappt, die Schnauze. Von Körperlänge (bis 50 am), Spannweite (25–29 cm) und Gewicht (6–12 Gramm) ist diese Art der Grauen Langohr sehr ähnlich.

Es handelt sich auch hier um eine Waldart, die Laub- und Mischwälder bevorzugt, aber auch in Parks und Gebäuden vorkommt. Ihre Sommerquartiere befinden sich – wie auch beim Grauen Langohr- in Baumhöhlen, Dachböden oder Spalten.

Graues Langohr

Beim Grauen Langohr (Plecotus austriacus) ahnt man schon welches Merkmal der Art den Namen gab. Die extrem langen Ohren sind fast so lang wie der Kopf und überragen, nach vorne geklappt, die Schnauze. Mit 41–53 mm Körperlänge, Spannweite 25–30 cm und einem Gewicht von 7–15 Gramm handelt es sich um eine mittelgroße Art. Ein weiteres namensgebendes Merkmal ist das lange, graue seidige Fell. 

Die Fledermaus bevorzugt warme, trockene Regionen und lebt dort in Wäldern, Parks, Gärten und Gebäuden. Ihre Sommerquartiere sind in Dachböden, Höhlen oder Baumhöhlen zu finden. 

Wasserfledermaus

Die Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) gehört zu den eher kleineren Fledermäusen. Die Körperlänge reicht von 40 bis 55 mm und die Spannweite bis 28 cm. Wie die Nordfledermaus wiegt auch die Wasserfledermaus bis zu 15 Gramm. Die Tiere sind auf der Oberseite dunkelbraun und auf der Unterseite hellgrau bis weißlich. Auffallend sind die großen Füße mit krallenbesetzten Zehen, mit denen sie Insekten von Wasserflächen ergreifen.

Der Name verrät es: die Tiere sind an Flüsse, Seen und Teichen zu Hause. Die Sommerquartiere werden in Baumhöhlen, Brücken oder Gebäuden nahe an Gewässern bezogen.

Nordfledermaus

Die Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii) hat 50–65 mm Körperlänge und eine Spannweite bis zu 28 cm. Sie wiegt maximal so viel wie drei Stück Würfelzucker, also 15 Gramm. Die Nordfledermaus ist dunkelbraun bis schwarzbraun mit einer helleren Unterseite. 

Als echte Waldbewohnerin lebt sie vor allem in waldreichen Höhenlagen der Mittelgebirge. Ihre Sommerquartiere befinden sich vor allem in Baumhöhlen oder Spalten von Felsen. In Deutschland ist es eine seltene Art. Die Nordfledermaus ist vorwiegend nachtaktiv und geht kurz nach Sonnenuntergang auf die Jagd. Da sie sich vorwiegend von sehr kleinen Insekten ernährt, machen Mücken den Hauptanteil ihrer Nahrung aus.

Zwergfledermaus

Die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) ist ein Leichtgewicht: sie wiegt mit 3,5–8 Gramm manchmal weniger als ein Stück Würfelzucker (das wiegt nämlich 5 Gramm)! Die Körperlänge reicht bis 51 mm Körperlänge, die Spannweite bis 24 cm. Diese Fledermaus ist wirklich sehr  klein – zusammengefaltet ist sie etwa so groß wie eine Streichholzschachtel. Ihr kurzes, dichtes Fell ist auf der Oberseite dunkelbraun bis schwarz; die Unterseite ist heller. 

Diese kleine Fledermaus gilt als extrem anpassungsfähig. Sie lebt gerne zwischen uns Menschen und bevorzugt sogar menschliche Siedlungen. Dort schafft sie sich in Gebäuden (Spalten, Rollläden, Mauern) ihre Quartiere und jagd oft um Straßenlaternen herum. Die Zwergfledermaus ist die häufigste Fledermausart Deutschlands.

Fransenfledermaus

Bei der Fransenfledermaus (Myotis nattereri) handelt es sich um eine mittelgroße Art. Die Körperlänge beträgt maximal 50 mm, die Spannweite 28 cm, bei einem Gewicht von maximal 12 Gramm. Das Fell ist lang und seidig. Die Oberseite ist braun und die Unterseite scharf abgesetzt weiß bis cremefarben. Die langen Ohren sind ein Bestimmungsmerkmal. Nach vorne gelegt können diese sogar die Schnauzenspitze erreichen.

Die Fransenfledermaus braucht abwechslungsreiche Landschaften mit Wäldern, Parks, Obstwiesen und Gewässerrändern. Ihre Sommerquartiere bezieht sie gerne in Baumhöhlen, Fledermauskästen oder Gebäuden (Hohlblocksteine, Spalten). Sie bildet so genannte Wochenstuben, in denen 20–50 Weibchen zusammenleben. Wochenstuben sind bei Fledermäusen spezielle Orte, an denen sich weibliche Fledermäuse während der Tragzeit (Schwangerschaft) und der Aufzucht ihrer Jungtiere zusammenfinden. Diese Kolonien bieten Schutz, Wärme und soziale Unterstützung für die Muttertiere und ihre Nachkommen.

Kleine Bartfledermaus

Bei der Kleinen Bartfledermaus (Myotis mystacinus) steckt im Namen ein Bestimmungsmerkmal: sie hat an der Schnauze borstenartigen Haaren („Bart“). Sie ist eher klein, mit 35–48 mm Körperlänge, einer Spannweite von 21–25 cm und nur 4–8 g Körpergewicht. Ihre Oberseite ist dunkelbraun, die Unterseite hellgrau. 

Sie lebt in vor allem in Laubwälder, Parks und Gebäude. Ihre Sommerquartiere liegen in Baumhöhlen, Fledermauskästen oder Spalten. Man findet sie in kleinräumig gegliederten Landschaften mit Hecken und Feldgehölzen.

Große Bartfledermaus

Auch bei der Großen Bartfledermaus (Myotis brandtii) steckt im Namen das Bestimmungsmerkmal haarige Schnauze. Sie ist, auch die verrät der Name, größer als ihre Verwandte die Kleine Bartfledermaus. Die Körperlänge misst 44–55 mm, die Spannweite 24–30 cm und sie wiegt 6–13 g. Sie hat dunkelbraunes, langes und seidiges Fell auf der Oberseite und eine etwas hellere Unterseite.

Sie ist eine typische Waldbewohnerin und lebt v. a. in alten Laub- und Mischwäldern. Ihre Sommer­quartiere finden sich in Baumhöhlen oder Fledermauskästen, seltener in Gebäuden. In Deutschland ist ihr Hauptvorkommen in den Mittelgebirgen.

Großes Mausohr

Das Große Mausohr (Myotis myotis) ist die größte einheimisch vorkommende Fledermausart – und eine seltene. Sie hat eine Körperlänge von bis zu 80 mm, erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 40 cm und ein Gewicht bis 40 Gramm. Sie ist damit eine der größten europäischen Fledermäuse. Das Fell ist oberseits hell graubraun und unterseits weißgrau gefärbt. Ihre großen, rundlichen Ohren sind namensgebend.

Sie bevorzugt wald- und strukturreiche Regionen. Sehr gern jagt sie direkt über dem Waldboden und erhascht direkt die sich dort aufhaltenden Insektenarten. Ihre Wochenstubengesellschaften sind oft in geräumigen Dachböden, seltener unterirdisch. Sie bevorzugt südliche, warme Regionen und ist daher in Deutschland vor allem in Süd- und West-Deutschland zu finden.

Ihre Sommerquartiere liegen in Gebäuden (Dachböden, Kirchtürme), seltener in Baumhöhlen. Als Winterquartiere werden unterirdische Hohlräume, wie Stollen, Höhlen oder Keller auf gesucht.

Weitere, sehr selten anzutreffende Arten

Die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) ist eine mittelgroße Art mit 45–55 mm Körperlänge, einer Spannweite von 25–28,5 cm, einem Gewicht von 7-13 Gramm und recht langen Ohren. Ihr Fell ist langes und seidiges, die Oberseite graubraun bis dunkelbraun, die Unterseite hellgrau. Große, nach vorne gerichtete Ohren.

 Sie ist eine ausgesprochene Waldfledermaus. Die Bechsteinfledermaus bevorzugt als Lebensraum feuchte Mischwälder und Parkanlagen mit hohem Alt- und Totholzanteil. Hierbei ist sehr wichtig, dass sie dort ein ausreichendes Angebot an Baumhöhlen vorfindet. Ihre Wochenstuben trifft man selten an Gebäuden, sondern vielmehr in Baumhöhlen oder Fledermauskästen an. Die Winterquartiere befinden sich fast ausschließlich unterirdisch (z. B. in Höhlen und Stollen).

 

Bei der Teichfledermaus (Myotis dasycneme) handelt es sich um eine eher größere Art, mit 57–67 mm Körperlänge, einer Spannweite von 20–30 cm und einem Gewicht von 14–20 g. Sie ist sehr markant gefärbt, denn während ihre Oberseite mittel- bis dunkelgraubraun ist, ist die Unterseite weißgrau bis gelbgrau, so dass es scharfer Kontrast entsteht. Die Teichfledermaus hat auffällig große Füße mit langen Borsten und ein kurz behaartes rotbraunes Gesicht. Sie ähnelt der Wasserfledermaus, ist aber deutlich größer.

Wie der Name vermuten lässt, ist der Lebensraum der Teichfledermaus in Gewässer-reichen Tieflandgebiete zu finden. Die Sommerquartiere finden sich auf Dachböden, Verschalungen oder Hohlwänden von Gebäuden. Die Tiere bilden ausgeprägte Wochenstuben mit bis zu 500 Weibchen! Die Winterquartiere befinden sich in unterirdischen Hohlräumen (Höhlen, Keller, Bunker, Stollen), wo die Temperatur eher konstant zwischen 0,5–7,5 °C liegt.

Die Fledermaus jagd über größeren Wasserflächen (Seen, Flüsse) und erbeutet durchaus auch kleine Fische von der Wasseroberfläche.

 

Die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) ist mit 45–58 mm Körperlänge und 26–29 cm Spannweite eine mittelgroße Art, welche eine Gewicht von 7 bis 14 Gramm erreichen kann. Das Fell ist sehr dunkel, meist fast schwarz gefärbt. Sie hat helle Haarspitzen, dadurch wirkt sie wie bereift. Sehr typisch ist ihre mopsartige Schnauze.

Ihr Lebensraum im Sommer sind vorrangig waldreiche Landschaften. Sie ist ein wahrer Nahrungsspezialist und jagt vor allem Nachtfalter und deren Entwicklungsstadien.

Die Wochenstuben finden sich sehr oft hinter loser Rinde von Totholz oder in Baumhöhlen. Sie siedeln regelmäßig auch an Gebäuden, bevorzugt hinter Fensterläden. Ihre Winterquartiere findet man vorrangig in Stollen und Höhlen. Die Mopsfledermaus ist sehr störungsempfindlich und streng geschützt (FFH-Richtlinie Anhang II und IV), in Deutschland gilt sie als gefährdet (Rote Liste). 

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