Brauchen Igel unsere Hilfe?

Artenvielfalt im eigenen Garten

Der Igel ist unverwechselbar, denn kein anderes heimisches Tier trägt Stachelpelz. In Gefahrensituationen kann er sich zu einer Kugel einzurollen. Und auch für die Igelmutter hat sich die Natur etwas einfallen lassen: Die Stacheln ihrer 4 bis 5 Jungen sind bis zur Geburt unter der Haut versteckt bis diese zu schrumpeln beginnt und die Stacheln hervortreten.

Lange Zeit war der Stachelhäuter häufig anzutreffen, doch in den letzten Jahren werden die Tiere immer seltener. Seit 2024 steht der in Deutschland heimische Braunbrustigel auf der roten Liste der bedrohten Arten. Lebten Igel bis vor einigen Jahren vor allem in reich strukturierten Lebensräumen, so sind sie heutzutage vorwiegend in Siedlungsgebieten zu finden. 

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Artensteckbrief

Der Igel ist ein nachtaktives Tier. Nach Einbruch der Dämmerung kommt er aus seinem Versteck und geht auf Nahrungssuche. Auf seinem Speiseplan stehen Insekten, Asseln, Würmer, Schnecken, Eier und junge Mäuse. Ein dunkelbraunes Stachelkleid mit 5000 bis 7000 Stacheln schmückt seinen Körper. Indem er sich zusammenrollt, hilft ihm dieses, sich vor seinen Feinden zu schützen. Er zieht dann seinen Kopf ein und richtet seine Stacheln auf. So sind seine beiden verletzlichen Stellen - Bauch und Kopf - geschützt und Feinde abgeschreckt. 

Unterschlupf findet der Igel meist an Waldrändern, auf Brachflächen, in lichten Mischwäldern, in Gärten, auf Streuobstwiesen oder in Parks. Gerne versteckt er sich in Laubhaufen oder sucht in Hecken und  Sträuchern Zuflucht.

Ab Ende Oktober/Mitte November macht der Igel seinen Winterschlaf. Während dieser Zeit werden die Körperfunktionen des Igels zurückgefahren. Vor dem Winterschlaf legt sich der Igel eine Fettschicht als Kälteschutz und Nahrungsreserve an. 

Nehmen Sie Kontakt auf!

Melanie Strube

Naturschutzreferentin
E-Mail schreiben Tel.: 0391 - 56 30 78 23

Igel in Not

2024 erschien der Igel das erste Mal auf der roten Liste der bedrohten Arten. Es ist schwer genaue Aussagen über die Igelpopulation zu treffen. In Bayern ist der Rückgang der Stachelhäuter besonders dramatisch. Innerhalb von 10 Jahren ist der Bestand um 50 Prozent geschrumpft.

 

Welche Gefahren gibt es für den Igel? 

Der Igel leidet besonders unter dem Verschwinden von Lebensraum und Futtertieren. Verantwortlich dafür sind die Zunahme von versiegelten Böden und Straßenbau, die Intensivierung von Landwirtschaft, der Einsatz von  Pestiziden und das Verschwinden naturnaher Gärten und Parks.

Dazu kommen Gefahren im Straßenverkehr. Auf unseren Straßen sterben jährlich Hunderttausende Igel. Durch aufmerksames Fahren sowie das Einhalten von Tempolimits in und um Siedlungen, ließen sich viele dieser Todesfälle vermeiden.

Seit einigen Jahren kommt es vermehrt zu Zusammenstößen mit Mährobotern. Diese erkennen die kleinen Tiere nicht und fügen ihnen schwere Verletzungen zu. Durch das Verzichten des Einsatzes von Mährobotern ab der Dämmerung bis zum Morgen leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Igels. In vielen Gemeinden gilt inzwischen ein Nachtfahrverbot für diese. Auch in Halle gilt solch ein Verbot seit 2025. Von 18 Uhr am Abend bis 8 Uhr morgens, dürfen Mähroboter nicht fahren.

 

Wie sieht ein igelfreundlicher Garten aus? 

Schon mit einfachen Maßnahmen kannst du in deinem Garten den Igel unterstützen. All diese Maßnahmen kommen nicht nur dem stacheligen Tier zugute, sondern bieten einen großen Vorteil für Natur und Artenvielfalt. Igel helfen auch für uns Menschen teils lästige Gartenbesucher wie Schnecken und Raupen zu entfernen und leisten so einen wichtigen Beitrag zu einem gesunden Garten. Ein artenreicher Garten hat also viele Vorteile für Mensch und Natur.

In den immer wärmer werdenden Sommermonaten finden viele Tiere nicht mehr ausreichend Wasser. Durch aufgestellte Trinkmöglichkeiten unterstützt du Insekten, Vögel und auch den Igel.

Damit sich Igel in deinem Garten wohlfühlen, sollte er möglichst viele naturnahe Elemente bieten. Die gute Nachricht: In dem Zusammenhang ist weniger mehr: Indem du den Rasenmäher etwas länger stehen lässt, ein paar Kräuter in deinem Garten blühen dürfen oder du im Herbst einen Laubhaufen liegen lässt, leistest du einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Du kannst auch ein Stück Rasen bei der nächsten Mahd auslassen oder bewusst eine kleine Ecke in deinem Garten verwildern lassen. 

Eine Wildblumenwiese mit heimischen Pflanzen ist nicht nur eine wertvolle Nahrungsgrundlage sondern auch ein echter Hingucker. Hier findest du eine Anleitung, wie du Blühflächen anlegest und pflegst.

 

 

Tipps rund um den Igel:

  • Zufütterung der Igel mit Katzenfutter für die vereinfachte Anlegung  einer Fettschicht
  • Katzenfutter in flache Schale unter eine umgestülpte, leicht gekippte Holzkiste stellen, damit ungewollte Gäste wie Katzen, Vögel oder der Regen fern bleiben
  • Morgens restliches Futter entfernen
  • Überwinterungsplätze des Igels müssen frostfrei sein
  • Anlegen von Kompost-, Laub- und Reisighaufen oder Holzstapel
  • Überwinterung gesunder Tiere nicht im Haus (nur bei Untergewicht oder Krankheit)


Igel mit Untergewicht:

  • Einbuchtung hinter dem Kopf („Hungerlinie“)
  • eingefallene Flanke


Kranke Igel:

  • auffälliges Umherirren
  • keine Reaktion auf Gefahrenreize (Zusammenrollen)   
  • eingefallene, schlitzförmige Augen  

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