BUND Sachsen-Anhalt

Rotbauchunke & Grüne Mosaikjungfer

Der BUND übernimmt in diesem Projekt Verantwortung für die Habitatwiederherstellung gefährdeter Arten des Landes Sachsen-Anhalt und erweckt das wertvolle Auengewässer, die Dornburger Alte Elbe (DAE), wieder zu neuem Leben. Es geht uns darum, für die verschwindenden Tierarten „Rotbauchunke“ und „Grüne Mosaikjungfer“ einen optimalen Lebensraum wieder herzustellen.

Maßnahmen zum Schutz und Wiederherstellung von Reproduktionshabitaten dieser und weiterer wertgebender Arten sowie zur Förderung des Umweltbewusstseins im Natura 2000-Gebiet an der Dornburger Alten Elbe

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Worum geht es in dem Naturschutzprojekt?

Der BUND übernimmt in diesem Projekt Verantwortung für die Habitatwiederherstellung gefährdeter Arten des Landes Sachsen-Anhalt und erweckt das wertvolle Auengewässer, die Dornburger Alte Elbe (DAE), wieder zu neuem Leben. Es geht uns darum, für die verschwindenden Tierarten „Rotbauchunke“ und „Grüne Mosaikjungfer“ einen optimalen Lebensraum wieder herzustellen. Wir drehen quasi die Zeit an der Dornburger Alten Elbe zurück. Das Ziel ist, die genannten rückläufigen Arten und nebenbei gleichzeitig auch andere vorkommende Arten wie Kranich und Kammmolch zu fördern. Die Tiere sollen wieder gute Reproduktions-Bedingungen vorfinden: beispielsweise legt die Grüne Mosaikjungfer ihre Larven ausschließlich in der Wasserpflanze „Krebsschere“ ab, die aber in der Dornburger Alten Elbe kaum mehr vorzukommen scheint. Für die Krebsschere werden wir zwei Freiwasserflächen mit ca. einem Meter Tiefe wiederherstellen.

Nehmen Sie Kontakt auf!

Ralf Meyer, Landesvorsitzender BUND e.V. Sachsen-Anhalt in der gewässerreichen Goitzsche-Wildnis bei Bitterfeld

Ralf Meyer

Leiter des Projekts
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Welchen Mehrwert hat das Projekt für die Region zwischen Schönebeck und Magdeburg?

Um ihrer selbst Willen hat eine Auenlandschaft mit seltenen Arten per se einen Eigenwert, ganz unabhängig von der Nützlichkeit für den Menschen. Daher besteht der größte Mehrwert des Projektes darin, aus relativ artenarmen Lebensräumen wieder die Optimalphase des Altwassers herzustellen, um damit den phasentypischen Artenreichtum zu begünstigen. Darüber hinaus ist die Auenlandschaft für uns Menschen wertvoll: ob die Ästhetik der Libelle, die Geräuschkulisse der Unken oder die Lebendigkeit. Naturerlebnisse haben einen weiteren Nutzen: sie entfalten eine regenerierende Wirkung auf den Gemütszustand. Als Naturschutzorganisation wollen wir das retten, was von der im Verschwinden begriffenen biologischen Vielfalt noch zu retten ist. Wir wollen zeigen, dass Menschen nicht nur Schaden anrichten, sondern auch der Natur Raum geben und das Wachstum der Natur fördern.

Wo genau wird das Naturschutzprojekt umgesetzt?

Von den 25 km des nunmehr unterbrochenen Altarms der Elbe von Dornburg bis Magdeburg (Dornburger Alte Elbe) werden die Artenschutzmaßnahmen auf dem Schönebecker Gebiet sowie im Ortsteil Elbenau ausgeführt. Die Dornburger Alte Elbe ist Deutschlands größter Altarm und als besonders zu schützendes Natura 2000-Gebiet ausgewiesen. Und auch gemäß der FFH-Richtlinie ist der alte Elbabschnitt „Elbtalaue zwischen Saalemündung und Magdeburg“ als wertvoll deklariert und ist entsprechend zu erhalten und aufzuwerten. Dazu ist das Land gesetzlich verpflichtet und wir haben diese Umsetzung angestoßen.

Wie lange dauert das Projekt und welche naturschutzfachlichen Maßnahmen sind wann geplant?

Das Naturschutzprojekt läuft über 23 Monate bis zum 30. Juni 2022. Wir wollen an drei von rapide verlaufender Verlandung bedrohten Flächen wieder Freiwasserflächen schaffen:

  • Am geodätisch höchstgelegenen Altwasserabschnitt direkt unterhalb des Umflutkanals werden wir im Oktober 2021 eine Artenschutzmaßnahme zur Sicherung eines Laichgewässers für Rotbauchunke & Co durch Entschlammung umsetzen. Durch Entschlammung und Verringerung der Röhrichtflächen um etwa 50% kann das Gewässer deutlich vergrößert und vertieft werden, so dass der Reproduktionserfolg (Entwicklung der Larven) erhöht wird.
  • Außerdem sollen für die Grüne Mosaikjungfer und den Kranich zwei weitere Gewässer durch Wiederherstellung der nötigen Wassertiefe gesichert werden.
  • Zudem nehmen wir die Kartierung des Lebensraumtyps Weichholzauenwald über das Jahr 2021 hinweg vor. Die Aktualisierung der Daten für drei Flächen in der fossilen Aue am Ufer der Dornburger Alten Elbe zwischen Elbenau und Randau macht eine Bewertung der Weichholzaue sowie die Ableitung von Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung dieses prioritären Lebensraumtyps möglich.
  • Zudem werden wir, beginnend im Oktober 2021, mit zwei weiteren Schautafeln den bestehenden Lehrpfad bis März 2022 ergänzen. Hier sollen die Maßnahmen an der Dornburger Alten Elbe generell aber auch die Aue mit ihren Besonderheiten, typischen Arten und Gefährdungen beschrieben werden.  

Wird es auch Veranstaltungen für die Öffentlichkeit geben?

In dem Naturschutzprojekt an der Dornburger Alten Elbe fördern wir auch das Umweltbewusstsein der Bevölkerung. Als ideales Umfeld und als außerschulischer Lernort eignet sich die Dornburger Alte Elbe für Gewässeruntersuchungen mit Keschern, für Naturbeobachtungen und -dokumentation sowie für Erkundungen und die Sichtung bestehender Schautafeln.

  • Umweltbildungsangebote mit spannenden Aktionen und dem Begreifen durch Erleben für Kinder und Jugendliche finden je nach Wetter- und Pandemielage voraussichtlich von April 2021 bis März 2022 in der Elbenauer Umgebung statt.
  • Naturkundliche Führungen werden von Oktober 2021 bis Juni 2022 und
  • Spaziergänge von April 2021 bis September 2021 und April-Juni 2022 angeboten.

Wie melde ich mich zu einer Führung durch das Gebiet an?

Naturkundliche Führungen und Spaziergänge zur Förderung des Umweltbewusstseins werden hauptsächlich in der Elbenauer Umgebung sowie ggf. an den Orten der Maßnahmenumsetzung stattfinden. Die drei Projektmitarbeiter*innen werden ebenso aktiv auf die Bevölkerung zugehen und für einen lehr- und erfahrungsreichen Ausflug zur Dornburger Alten Elbe vor Ort intensiv Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Allgemein interessierte Besucher*innen und Anwohner*innen können die Termine zu gegebener Zeit auf dieser Projekt-Webseite finden.

Kann ich als Bürger*in oder als aktive*r Naturschützer*in beim Projekt mithelfen?

Wir freuen uns, wenn uns aufmerksame Anwohner*innen oder Ausflügler*innen die unverkennbaren Rufe der männlichen Rotbauchunke mitteilen – am besten mit ungefährer Orts- und Zeitangabe über hiesiges Meldeformular. Sie können die Laute auch mittels Tonaufnahmen dokumentieren. Mit Hilfe der „Bürgerwissenschaft“ (citizen science) hätten wir dann ein Anzeichen des Vorkommens der Rotbauchunke im Gebiet, was die Entschlammungsmaßnahmen für Freiwasserflächen noch hoffnungsvoller macht. Unkenrufe sind normalerweise in der Balzzeit im Frühjahr zwischen Ende April/Anfang Mai bis Juni zu hören. Der Verlauf der Dornburger Alten Elbe ist unten auf dieser Seite abgebildet. 

Das gleiche Mitmachangebot gibt es auch in Bezug auf das Vorkommen der Krebsschere: Ist diese an eine Aloe erinnernde Schwimmpflanze in der Dornburger Alten Elbe wirklich nicht mehr anzufinden? Wir sind dankbar für Hinweise aus der Bevölkerung!

Wie lange hat es von der Idee bis zum Umsetzungsstart des Projektes gedauert?

Das Projekt hat tatsächlich eine längere Vorlaufzeit:  Am 8. Mai  2017 unterzeichneten neben dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) neun weitere Institutionen die gemeinsame Erklärung zur Revitalisierung der Dornburger Alten Elbe. In Folge wurde von Juni 2017 bis Dezember 2019 das naturschutzfachliche Konzept zum Schutz wertgebender Arten und zum Erhalt der Dornburger Alten Elbe am BUND-Auenzentrum Burg Lenzen entwickelt. Dies geschah gemeinsam mit zahlreichen regionalen und lokalen Akteuren aus Politik und Fachinstitutionen mit dem Ziel, die drohende Verschlammung der Habitate an der Dornburger Alten Elbe zu stoppen und sie zu revitalisieren. Auf dieser Grundlage wurde dann von April bis Juli 2020 das aktuelle Projekt erarbeitet und eingereicht, bevor der Projektstartschuss dann im August 2020 fiel.

Bei Interesse an Umweltbildungsformaten, naturkundlichen Führungen und Spaziergängen an der Dornburger Alten Elbe nutzen Sie einfach unser Kontaktformular.

 

 (OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM / CC-BY-SA )

 

 

Die Abbildung zeigt den austrocknenden Altarm der Elbe von Dornburg bis Magdeburg mit einem rot markierten Bereich für die vom BUND geplanten Artenschutzmaßnahmen. Auch dort ist die Verlandung der Dornburger Alten Elbe sehr viel weiter fortgeschritten als die Karte anzeigt.

 

Dieses Projekt wird gefördert durch:

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