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BUND Sachsen-Anhalt

Klimaschutz statt Kohleschmutz!

Das Verbrennen fossiler Energien setzt große Mengen von Treibhausgas frei und ist hauptverantwortlich für die globale Erderwärmung. Hauptquelle: die Kohle. Braunkohle ist der klimaschädlichste Energieträger überhaupt. Und auch die Umwelt wird durch den Abbau der Kohle stark geschädigt. Der BUND setzt sich dafür ein, schnellstmöglich aus der Kohle auszusteigen und sie durch erneuerbare Energiequellen zu ersetzen.

Klimakiller Kohlekraftwerk in Deutschland

  • Pariser Klimaabkommen umsetzen: Kohleausstieg deutlich vor 2030!
  • Deutsches Klimaziel 2020 erreichen: Die dreckigste Hälfte der Kohlekraftwerke sofort stilllegen!
  • Keine Entschädigungen mehr für die Abschaltung alter Kraftwerke!
  • Braunkohletagebaue drastisch verkleinern: Drei Viertel der Kohle muss im Boden bleiben!
  • Strukturwandel in den Kohlerevieren sozial verträglich gestalten!
  • Braunkohlekonzerne müssen langfristig für die Folgen und Kosten der Tagebaue gerade stehen – nicht die Gesellschaft!

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Wir brauchen keine Kohle mehr...

Klimakiller Kohlekraftwerk in Deutschland

Mehr als 25 neue Kohlekraftwerke sollen in den nächsten Jahren in Deutschland gebaut werden. Allen voran wollen RWE, Vattenfall, e.on und EnBW wieder in die Technik von gestern investieren. Sie planen den Neubau von ineffizienten Braun- und Steinkohlekraftwerken. Kanzlerin Merkel und Umweltminister Gabriel wollen Deutschland gerne international als Vorreiter beim Klimaschutz verkaufen. Aber sie haben mit einer massiven Bevorzugung von neuen Kohlekraftwerken im Emissionshandel den drohenden Neubauboom erst möglich gemacht. Will Deutschland seine Klimaziele erreichen, muss die Bundesregierung den Neubau von ineffizienten Kohlekraftwerken schnell unmöglich machen.

Es gibt keine klimaschädlichere Art der Stromerzeugung als die Verbrennung von Kohle. Zum Vergleich: Braun- und Steinkohlekraftwerke sind mehr als doppelt so klimaschädlich wie moderne Gaskraftwerke. Die großen Dampfwolken aus den Kühltürmen der Kraftwerke machen ein anderes Problem deutlich: Mehr als die Hälfte der eingesetzten Energie geht als ungenutzte Wärme verloren. Kohlekraftwerke mit ihren hohen Investitionskosten sind auf eine sehr lange Nutzungsdauer von über vierzig Jahren ausgelegt. Wenn jetzt neue Kohlekraftwerke gebaut werden, legen sie einen hohen Sockel klimaschädlicher Emissionen für Jahrzehnte fest.  

Raus aus der Kohle

Die Jahre 2015 bis 2019 waren global gesehen die heißesten Jahre seit Beginn der Temperaturmessung vor über 100 Jahren. Noch nie zuvor hat sich das arktische Eis so wenig ausgedehnt wie vergangenen Winter. Es wird angenommen, dass die Welt das letzte Mal vor 115.000 Jahren so warm war wie heute.

Die Eisschmelze an Nord- und Südpol lässt den Meeresspiegel ansteigen. Betroffen sind alle Küsten und akut solche, die nur knapp über dem Meeresspiegel liegen – wie es in Bangladesch, den Niederlanden oder auf vielen Inseln der Fall ist. Der globale Temperaturanstieg ändert unsere Lebensbedingungen auf drastische Weise. Überschwemmungen, Stürme und Flutkatastrophen, extreme Hitzewellen und Dürren, Migration Hunderttausender Menschen: Der Klimawandel wird zur Klimakrise.

Wissenschaftler sprechen inzwischen davon, dass wir uns auf bisher unbekanntem Tarrain befinden, was die weiteren Auswirkungen des Temperaturanstiegs auf die Menschheit sein werden.

Jedoch: Es bleibt uns ein kleines Zeitfenster, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern. In den nächsten zehn Jahren müssen und können wir den Treibhausgasausstoß drastisch reduzieren – und dabei am meisten durch den Ausstieg aus der Kohlekraft erreichen.

Die Verbrennung von Kohle ist weltweit das mit Abstand größte Klimaproblem: 45 Prozent der globalen CO2-Emissionen gehen auf das Konto dieses einen Brennstoffs. Deutschland zum Beispiel produziert noch immer fast vierzig Prozent seines Stroms aus klimaschädlicher Braun- und Steinkohle.

Deshalb trägt der Energiesektor, global wie hierzulande, von allen Wirtschaftsbereichen am stärksten zum Klimawandel bei und spielt eine Schlüsselrolle für den Klimaschutz. Strom wird zudem etwa in den Bereichen Wärme und Verkehr künftig immer stärker zum Einsatz kommen, um dort fossile Brennstoffe zu ersetzen. Und darum muss Strom selbst rasch emissionsfrei, also erneuerbar werden.

BUND-Abschaltplan: Der Kohleausstieg vor 2030 ist möglich!

Es ist möglich, vor 2030 aus der klimaschädlichen Kohle auszusteigen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Der BUND hat dafür einen konkreten Abschaltplan für Kohlekraftwerke und AKW vorgelegt.

Es gibt viele gute Gründe, aus der Kohle auszusteigen: von der Vertreibung von Menschen durch den Bergbau und der immensen Zerstörung der Landschaft bis hin zu den giftigen Emissionen aus den Kraftwerksschloten, die unser aller Gesundheit belasten. Der dringlichste Grund aber ist die Zerstörung des Klimas durch die enorm hohen CO2-Emissionen dieses Brennstoffs.

Klimaschutzlücke 2020 schließen

Das gilt global und es gilt für Deutschland. Die Klimaziele hierzulande werden vor allem gerissen, weil die alte Bundesregierung im Stromsektor keine geeigneten Maßnahmen ergriffen hat, um die größte Ursache für unsere Emissionen anzugehen: die anhaltend hohe Verstromung von Braun- und Steinkohle.

Dabei geht von diesem dreckigen Strom immer mehr in den Export, weil er hierzulande gar nicht gebraucht wird. So ist der Kohlestrom der Hauptgrund, weshalb die Treibhausgase in Deutschland seit bald einem Jahrzehnt nicht mehr gesunken sind und das Klimaziel 2020 drastisch verfehlt wird: Statt der beschlossenen Minderung der Emissionen um 40 Prozent bis 2020 werden schlimmstenfalls lediglich 30 Prozent erreicht.

Der BUND-Abschaltplan

Ein "Weiter so" darf es nicht geben! Um die riesige Klimaschutzlücke noch zu schließen, müssen Kohlekraftwerke in großem Umfang stillgelegt werden. Keine andere Maßnahme bringt in der Kürze der Zeit die notwendigen großen CO2-Minderungen.

Deshalb hat der BUND einen Abschaltplan entworfen, der gewährleistet, dass Klimaziel, Versorgungssicherheit und Energiewende erreicht werden. Der Plan zeigt, dass es möglich ist, deutlich mehr Kohlekraftwerke kurzfristig vom Netz zu nehmen als bisher geplant – und, dass dies sogar mit einem deutlich beschleunigten Atomausstieg verbunden werden kann. Im Ergebnis geht der Leistungsüberschuss in Deutschland zwar zurück, aber die Versorgung bleibt auch in Stunden ohne Sonne und mit wenig Wind gewährleistet.

Vor 2030: Ende für die Kohle 

Konkret muss die Hälfte der Kohlekraftwerke vom Netz, die ältesten zuerst. Die installierte Leistung reduziert sich damit auf nur noch 20 Gigawatt im Jahr 2020. Durch Abschaltung weiterer Kraftwerke nach 2020 sollten weitere zwei Gigawatt pro Jahr eingespart werden. So kann Deutschland das Ende der Nutzung der Kohleverstromung deutlich vor 2030 erreichen. Denn das ist nötig – und eine der wesentlichen Aufgaben, die das Pariser Klimaabkommen der Bundesregierung stellt.

Natürlich muss der Kohleausstieg in den deutschen Bergbauregionen, vor allem in der Lausitz, sozial abgefedert und finanziell unterstützt werden. Grundsatz muss sein: Gelder für Beschäftigte und Regionen, nicht für Konzerne! Eine zusätzliche Kohleausstiegsreserve in Höhe von sechs bis acht Gigawatt kann den Ausstieg zudem sozialverträglicher gestalten.

Alle wollen den Kohleausstieg

Es gibt übrigens noch einen weiteren Grund für die Bundesregierung, schnell aus der Kohle auszusteigen: Die Bevölkerung ist mit großer Mehrheit dafür! Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag des BUND vom August 2017 stehen fast zwei Drittel hinter der Forderung eines baldigen Kohleausstiegs. Mehr als 70 Prozent wollen, dass die Regierung einen Fahrplan für den Ausstieg beschließt und das Klimaschutzziel 2020 erreicht. Der Kohleausstieg ist eine populäre Maßnahme. Die Regierung sollte nun liefern.

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