Schmetterlinge beobachten – Natur entdecken

In der großen Welt der Insekten sind Schmetterlinge wohl die beliebtesten Vertreter. Ein Sommer ohne Schmetterlinge wäre nur halb so bunt – und für die meisten von uns kaum vorstellbar. Dabei erfreuen sie uns nicht nur, ihr zahlreiches Vorkommen ist auch ein Zeichen für eine intakte Umwelt.

Der Schmetterling, wissenschaftlich Lepidoptera genannt, ist für die meisten Menschen untrennbar mit dem nahenden Sommer verbunden. Denn einen Sommer ohne die bunt leuchtenden Falter kann man sich kaum vorstellen. Ihre Vielfalt ist beeindruckend: etwa 150.000 Arten gibt es weltweit, bei denen beispielsweise die Flügelspannweiten zwischen einigen Millimetern und imposanten 30 cm variieren kann. Schmetterlinge werden gehören zu den holometabolen Insekten, d.h. sie machen eine unglaubliche Verwandlung von der Larve zum Adulten durch. Wir kennen das gut, zum Beispiel aus dem Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“: aus der Raupe wird über die Puppe ein wunderschöner Schmetterling. 

 

Gemeinsam mehr erreichen!

Aktiv werden

Was flattert denn da?

Kleine Bestimmungshilfe

In Europa gibt es etwa 10.600 Arten von Schmetterlingen. In Deutschland leben davon etwa 3.700 Arten, so dass etwa jede 10. Insektenart hierzulande ein Schmetterling ist. Rund 190 unserer Schmetterlingsarten gehören zu den Tagfaltern, die nur am Tag fliegen. Den größeren Anteil haben die Nachtfalter, von denen einige Arten nur nachts, andere in der Dämmerung und wieder andere durchaus am Tage fliegen. Schmetterlinge werden auch nach Größe in Großschmetterlinge und Kleinschmetterlinge eingeteilt. Diese Menschen gemachte Einteilung spiegelt keine Verwandtschaft wider. Allein die Tagfalter sind eine nahe verwandte Gruppe (phylogenetische Gruppe).

Viele Schmetterlinge sind im Hinblick auf Nahrung und Lebensraum spezialisiert. Auch ihr komplexer Lebenszyklus und ihre geringe Toleranzfähigkeit lassen Schmetterlinge sehr empfindlich auf Eingriffe des Menschen in ihren Lebensraum reagieren.

Schmetterlinge im Bauch

Großer Schillerfalter Großer Schillerfalter  (Markus Weitere)

Schmetterlinge sind etwas Wunderbares. Ihre Farbenvielfalt begeistert uns, ihr Flug ist Sinnbild für die Leichtigkeit der Lebensfreude. Doch viele Schmetterlinge sind vom Aussterben bedroht. Ein wesentlicher Grund dafür sind die von Menschen verursachten Veränderungen an der Natur. Lassen Sie sich auf das Abenteuer Schmetterling ein und entdecken Sie die vielfältigen Möglichkeiten, etwas für die Falter zu tun: Jeder kann einen Beitrag leisten, ob Gartenfreund, gelegentlicher Spaziergänger oder langjähriger Naturbeobachter!

Sie haben die Wahl, ob Sie sich fünf Minuten, einige Tage oder Ihr ganzes Leben auf dieses Abenteuer einlassen - gewinnen können Sie und die Schmetterlinge in jedem Fall.  

 

Wissenswertes

Erfahren Sie alles über Schmetterlinge, ihre Lebensweise, was sie bedroht – und vor allem wie jeder einzelne etwas zum Schutz der Schmetterlinge beitragen kann.

Hier können Sie die Broschüre downloaden.

   

Nehmen Sie Kontakt auf!

Bernd-Otto Bennedsen

Schmetterlingsexperte
E-Mail schreiben

Wusstest Du....

…dass der Schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne), einer der seltensten und schönsten Tagfalter Deutschlands, in Sachsen-Anhalt noch in den Kalkmagerrasen des Harzes und der Saale-Unstrut-Region fliegt?
Sein zartes, fast durchscheinendes Flügelgeäder und die roten Flecken auf den Hinterflügeln machen ihn zum „Phantom der Lüfte“. Doch Achtung: Er steht unter strengem Artenschutz – wer ihn stört, kann ein Bußgeld kassieren!

…dass der Kleine Fuchs (Aglais urticae) nicht nur in deiner Nachbarschaft in Sachsen-Anhalt unterwegs ist, sondern auch ein Weltumsegler ist?
Dieser orange-schwarze Falter mit den blauen Punkten an den Flügelrändern wandert manchmal bis nach Nordafrika – und findet doch immer wieder zurück in unsere Gärten, wo er Brennnesseln als Futterpflanze für seine Raupen liebt.

…dass Sachsen-Anhalt ein Hotspot für den Großen Feuerfalter (Lycaena dispar) ist?
In den feuchten Wiesen der Elbaue und im Biosphärenreservat Mittelelbe findet man diese leuchtend orange-rote Schönheit. Sein Name kommt übrigens nicht von seinem Aussehen, sondern von einer alten Legende: Im Mittelalter glaubte man, Schmetterlinge seien die Seelen von Verstorbenen – und der Feuerfalter symbolisierte die Seele eines ungetauften Kindes, das als Lichtgestalt umherirrt.

…dass der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) der Langlebigste unter den heimischen Schmetterlingen ist?
Während die meisten Falter nur wenige Wochen leben, überlebt er als Imago (ausgewachsenes Tier) bis zu 13 Monate – inklusive Winterpause! In Sachsen-Anhalt siehst du ihn oft schon im frühen Frühjahr, wenn andere Schmetterlinge noch schlafen. Sein Zitronengelb ist übrigens eine Tarnung: Zwischen gelben Blüten ist er für Fressfeinde fast unsichtbar.

…dass der Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos), ein nachtaktiver Schmetterling, in warmen Sommern bis nach Sachsen-Anhalt fliegt?
Sein Name kommt von der griechischen Mythologie: Acheron ist der Fluss in der Unterwelt. Atropos ist eine der drei Schicksalsgöttinnen (die "Unabwendbare"), die den Lebensfaden durchtrennt. Und tatsächlich: Sein markantes Totenkopf-Muster auf dem Thorax und sein süßlicher Geruch machen ihn zum unheimlichsten Falter Europas. 

…dass Schmetterlinge mit den Füßen schmecken?
Ihre Geschmackssensoren sitzen an den Füßchen! Wenn ein Falter wie der Admiral (Vanessa atalanta) in deinem Garten in Sachsen-Anhalt auf einer Blüte landet, „probiert“ er sie zuerst mit den Beinen – und entscheidet dann, ob der Nektar die Mühe wert ist.

…dass der Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia) in Sachsen-Anhalt zu den ersten Frühlingsbotern gehört?
Seine Raupen fressen sich an Schlehen und Weißdorn satt – und wenn du Glück hast, findest du im April seine wunderschön gezeichneten Puppen an Zweigen. 

Schmetterlinge in Gefahr

C-Falter C-Falter  (Markus Weitere)

Doch langsam verschwindet die Vielfalt der Schmetterlinge aus unserer Umwelt, und vielen anderen Tierarten ergeht es ähnlich.

In Deutschland sind etwa 3700 Schmetterlingsarten heimisch, 190 zählen zu den Tagfaltern. Davon stehen 80 % auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Allein in Sachsen-Anhalt kommen 1096 Schmetterlingsarten (Großschmetterlinge) vor, wovon wiederum 520 in der Roten Liste vermerkt sind.

Viele Schmetterlinge sind im Hinblick auf Nahrung und Lebensraum spezialisiert. Auch ihr komplexer Lebenszyklus und ihre geringe Toleranzfähigkeit lassen Schmetterlinge sehr empfindlich auf Eingriffe des Menschen in ihren Lebensraum reagieren. Umweltgifte und das Verschwinden von Wildwiesen zugunsten von Straßen und Kaufhäusern machen den Schmetterlingen zunehmend das Leben schwer. Auch in Parks wachsen kaum noch Wildblumen. Exotische Zuchtpflanzen bieten zu wenig Nektar und keine Nahrung für die Raupen. Daher sind die Falter wertvolle Indikatoren für unseren Umgang mit der Natur: Wo die Umwelt noch in Ordnung ist, fühlen sich auch Schmetterlinge wohl! 

 (Markus Weitere)

Fast wie ein Blatt.

 (Markus Weitere)

Der rechte Flügel ist schon leicht "abgeflogen".

 (Markus Weitere)

Saugrüssel in Aktion.

BUND-Bestellkorb