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BUND Sachsen-Anhalt

Grünes Band verbindet Ost und West

BUND fordert eine zügige Ausweisung des Grünen Bandes in Sachsen-Anhalt als Nationales Naturmonument

Das „Grüne Band“, ein einzigartiger Biotopverbund, der sich durch ganz Europa zieht, ist ein lebendiges Denkmals zur friedlich überwundenen Teilung Deutschlands. 

Das Grüne Band ist es eine Spur in der Landschaft, die an die Überwindung der inner-deutschen Teilung erinnert. Der ehemalige Todesstreifen ist heute eine durchlässige Lebenslinie und verbindet Ost und West sowohl in Deutschland als auch in Europa. Als Bestandteil des Nationalen Naturerbe Deutschlands verdient unseren besonderen Schutz.

 

Sachsen-Anhalt hat mit einer Länge von 345 km den nach Thüringen zweitlängsten Anteil am Grünen Band Deutschland. Wo früher Zaun, Stacheldraht und Todesstreifen Menschen, Dörfer und Landstriche getrennt habe, gibt das Grüne Band nun Raum für heimische Tier- und Pflanzenarten und ist ein Erinnerungs- und Erholungsort für die Menschen.

 

Für viele bestandsbedrohte Arten und Lebensräume besitzt das Grüne Band inzwischen überregionale, oft sogar bundesweite Bedeutung.

 

Nach aktuellen Erhebungen sind bundesweit noch 87 % des Grünen Bandes als Biotopverbund intakt. 13 % des Grünen Bandes weisen Lücken im Biotopverbund auf. Dabei hat Sachsen-Anhalt mit einer Gesamtlänge von ca. 100 km den größten Anteil an Lücken und trägt somit für den Lückenschluss im Grünen Band eine besondere Verantwortung.

 

Im Jahr 2005 hat die Bundesregierung das Grüne Band als Teil des Nationalen Naturerbes anerkannt. 2009 hat der Deutsche Bundestag das Grüne Band als Teil des Nationalen Biotopverbundes in das Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen. Im aktuellen Koalitionsvertrag für Sachsen-Anhalt ist die Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument als Ziel der „Kenia-Koalition“ vereinbart.

 

Eine zügige Ausweisung des Grünen Bandes in Sachsen-Anhalt als Nationales Naturmonument würde der besonderen Verantwortung des Landes gerecht und würde den Schutz des Grünen Bandes vor weiteren Eingriffen sowie das Bewahren seiner kulturhistorischen Bedeutung als Erinnerungslandschaft besser als jeder andere Schutzstatus ermöglichen.

 

Das Grüne Band kann mit seinem Dreiklang aus Naturschutz, Grenzgeschichte und Kultur als wichtiger Impulsgeber einer nach-haltigen Regionalentwicklung dienen. Gerade die Erfahrungen aus unsere Aktivitäten am Grünen Band in der nördlichen Altmark zeigen, dass dieses Miteinander sehr gut gelingen kann und das Grüne Band nicht als neue Grenze verstanden wird.
Die Ausweisung neuer, grenzüberschreitender Rad- und Wanderwege sowie die Angebote zu Führungen laden die Menschen ein diesen Raum in all seinen Facetten kennen zu lernen.
Auch im Hinblick auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und Europa erinnert uns das Grüne Band daran, dass ein friedlicher gesellschaftlicher Umbruch durch die Entschlossenheit und den Mut vieler Menschen möglich ist. Es gilt aus den Erfahrungen der deutschen Wiedervereinigung Kraft und Mut für die Zukunft zu schöpfen. Auch dafür steht das Grüne Band als Symbol.

 

Das „Nationale Naturmonument“ ist eine Kategorie nach dem Bundesnaturschutzgesetz für Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz von nationaler Bedeutung.

 

Gebiete, die „1. aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und 2. wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind.“ können als Nationale Naturmonumente ausgewiesen werden.

Für die Ausweisung ist die jeweilige  Landesregierung zuständig.

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