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BUND Sachsen-Anhalt

Wintersportprojekt Schierke: 20 Hektar Kahlschlag von wertvollem Moorwald ist kontraproduktiv für Tourismus

12. Mai 2017 | Harz, Lebensräume, Naturschutz

Der Umfang der geplanten Naturzerstörung des Schierke-Projekts sprengt aus Sicht des BUND Sachsen-Anhalt alle Dimensionen eines vernünftigen, zukunftsorientierten Harztourismus.

Magdeburg, 12.5.17: 20 Hektar Wald, teilweise in den streng geschützten Moorwaldbereichen, müssten gerodet werden, um die Planung für das Wintertourismus-Projekt „Natürlich Schierke“ umzusetzen. Hinzu kommt der Einsatz von klimaschädlichen Schneekanonen. Der Umfang der geplanten Naturzerstörung des Schierke-Projekts sprengt aus Sicht des BUND Sachsen-Anhalt alle Dimensionen eines vernünftigen, zukunftsorientierten Harztourismus.

„Das Projekt „Natürlich Schierke“ macht seinem Namen leider nicht die geringste Ehre. In Schierke ist Naturzerstörung in großem Stil geplant. Die Verantwortlichen haben noch nicht erkannt, dass eine intakte Natur eine der wichtigsten Attraktionen für Touristen darstellt. Damit wäre nicht nur der Artenreichtum des EU-Vogelschutzgebietes wie des FFH-Gebietes mit empfindlichen Arten wie Schwarzstorch, Sperlingskauz, Raufußkauz, Wanderfalke, Auerhuhn, 13 Fledermausarten, Wildkatze und Luchs in großer Gefahr“, befürchtet BUND-Landesvorsitzender Ralf Meyer. „Auch die mittel- und langfristige Chancen der Region würden so verspielt werden. Eine solche Planung passt nicht mehr in diese Zeit und ist laut mehrerer Gutachten aufgrund des Klimawandels bereits heute in Mittelgebirgslagen ökonomisch unsinnig.“
Selbst OB Gaffert vertrat diese Ansicht, als der noch Leiter des Nationalparks Hochharz war: „Ich glaube nicht, daß es Sinn macht, in Schierke alpinen Wintersport zu etablieren. Die Voraussetzungen sind nicht gegeben. Es gäbe noch stärkeren Verkehr und es käme nicht mehr Geld in die Kassen.“ (Wernigeröder Zeitung 11.5.1994).

Schierke ist Nationalparkgemeinde. Die Regierung muss die Chancen des naturnahen Tourismus in Verbindung mit dem Nationalpark Harz ausbauen und mit Fördermitteln zukunftssicher machen.
Derzeit investiert die Landesregierung noch nicht einmal genug Geld, um eine Toilette auf dem Wanderweg zum Brocken betreiben zu können. Wenn der naturnahe Tourismus in Verbindung mit dem Nationalpark Harz und dem benachbarten Naturpark Harz ausgebaut wird, ist Schierke mehr geholfen als mit einer überzogenen Mega-Investition, die Moore zerstört, Schulden hinterlässt und sich durch den Klimawandel in wenigen Jahren ohnehin von selbst abschaffen würde. Die Umbaukosten müsste dann wieder die Allgemeinheit zahlen.

Rückfragen: Ralf Meyer, Landesvorsitzender,
mobil: 0163-290 1803, Mail: ralf.meyer(at)bund-halle.de 

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