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BUND Sachsen-Anhalt

Der ökologische Fußabdruck – unser Konsum hat Auswirkungen

Zum Anfang ein paar „trockene Fakten" und Zahlen:

Die Erde ist zu 71% mit Wasser bedeckt und 29% sind Land. Insgesamt sind dies 51 Milliarden Hektar.

Von dieser Landfläche sind allerdings nur 23% „biologisch aktive Flächen", also Felder, Wiesen und Wälder. Der Rest der Erdoberfläche sind Wüste oder mit Eis bedeckte Flächen.
Zusammen gezählt bleiben rund zwölf Milliarden Hektar für die Menschheit nutzbar.

 

Was erst einmal ziemlich viel klingt, bedeutet aber: Bei sieben Milliarden Menschen stehen jeder/m von uns theoretisch nur 1,7 Hektar zur Verfügung, um unseren täglichen Bedarf an Nahrung, Wohnen, Kleidung, Mobilität, Hygiene und Konsumgütern zu befriedigen – und diese Fläche muss auch unseren Müll „absorbieren".

 

Allerdings leben ja nicht nur wir Menschen auf dieser Fläche, darum sollten wir noch 20% für den Naturschutz, also Schutzgebiete, abziehen, was die Fläche noch mal auf 1,36 Hektar pro Kopf reduziert – das sind in etwa zwei ganze Fußballfelder für uns.

Die Fläche, die wir nutzen können, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen, ist also sehr, sehr begrenzt.

 

1994 entwickelten Mathis Wackernagel und William Rees das Konzept des „ökologischen Fußabdrucks".

Dieser gibt an, wie viel Fläche Erde notwendig ist, um den eigenen Lebensstil und Lebensstandard auf Dauer zu ermöglichen.

 

Für die Berechnung werden dabei alle Ressourcen, die für den Alltag benötigt werden, also für Wohnen, Ernährung, Konsum und Mobilität, zusammen gezählt. Das Zwischenergebnis gibt an viel Fläche benötigt wird, um all die Energie und Rohstoffe zur Verfügung zu stellen. Dann wird dieser Flächenverbrauch auf alle Menschen hochgerechnet und mit den auf der Erde verfügbaren Flächen verglichen.

Fest steht, wenn jeder Mensch auf der Welt so leben würde wie wir in Deutschland, dann wären 2,5 Planeten nötig, um die Bedürfnisse aller stillen zu können.

 

Und was bedeutet das?

Ein Beispiel: Ein Freund von uns, nennen wir ihn Paul, hat im letzten Jahr eine Flugreise unternommen und schon betrug sein ökologischer Fußabdruck durch die Ökobilanz des Fliegens 3,11 Hektar, obwohl er sonst recht ökologisch vertretbar lebt.

Ein gerechter Fußabdruck sollte aber nur 1,7 Hektar groß sein. Wenn alle Menschen Pauls Lebensstil hätten, würden wir 1,73 Erden benötigen.  

Je mehr Energie insgesamt für ein Konsumprodukt aufgewendet werden muss, umso größer fällt der ökologische Fußabdruck von uns KonsumentInnen aus. Ein nachhaltiger Lebensstil bedeutet also auch, den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.

 

Aber was ist das eigentlich, „Nachhaltigkeit"?

Um es mal so auszudrücken: Bei der Definition des Begriffes „Nachhaltigkeit" besteht eine große Vielfalt.

Die „traditionelle" Definition von Nachhaltigkeit stammt aus dem Brundtland-Bericht von 1987: „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die gewährt, dass künftige Generationen nicht schlechter gestellt sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen als gegenwärtig lebende". Im Wirtschaftskontext ist die folgende Definition geläufig: „Nachhaltigkeit bedeutet, nicht Gewinne zu erwirtschaften, die dann in Umwelt- und Sozialprojekte fließen, sondern Gewinne bereits umwelt- und sozialverträglich zu erwirtschaften". Kurzum heißt das, nicht erst die Schäden anzurichten, um diese dann zu tilgen, sondern von Anfang an auf eine umweltfreundliche und sozial verträgliche Wirtschaftsweise zu setzen. Eigentlich logisch…

 

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Alle Macht beim Konsumenten - stimmt das denn?

Es ist schon so: Bei jeder Kaufentscheidung entscheiden wir uns nicht nur für ein Produkt, dessen Aussehen oder Geschmack, sondern entscheiden auch darüber, ob wir die Art und Weise der Fertigung des Produktes unter-
stützen – ob wir wollen oder nicht.

Wir haben es also - mit - in der Hand.

 

Die verschiedenen Siegel, Label und Organisationen, die wir hier vorstellen und empfehlen, setzen dort an und markieren Produkte, die entweder unter ökologisch oder sozial vertretbaren Umständen produziert wurden oder sogar beide Kriterien erfüllen (ökofair). 

Weitere Informationen zu nachhaltiger Entwicklung:

Das BUND-Dossier „Perspektive 2030: Suffizienz in der Praxis“  beleuchtet mit zahlreichen Beispielen und konkreten Vorschlägen, wie Kommunal- und Bundespolitik eine nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Mobilität, Materialverbrauch, Energie, Landwirtschaft und Ernährung gestalten können: www.bund.net/suffizienz-dossier

  

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