Wirler Spitze: Eine Grenzschneise bringt ökologische Vielfalt
An der Wirler Spitze werden ausgedehnte, monotone Kiefernwälder von einer offenen Sandlandschaft unterbrochen. Zu DDR-Zeiten wurde hier zur Grenzsicherung eine Schneise in die Kiefernwälder geschlagen, damit Grenzsoldaten freies Sicht- und Schussfeld hatten. Für die Natur war dies ein Glücksfall, denn es entstanden sehr wertvolle Offenland-Lebensräume. Aus Grenzschutz wurde unbeabsichtigt Naturschutz.
Ziegenmelker
Obwohl sandige Böden extreme Standorte sind – sie sind nährstoffarm, speichern kaum Wasser, und der Boden kann bis zu 60° heiß werden - blüht an der Wirler Spitze das Leben: Heidelerche, Ziegenmelker, Schlingnatter, Kreuzotter und Zauneidechse haben hier ebenso ihre Heimat gefunden wie der Ameisenlöwe (Larve der Ameisenjungfer) und zahlreiche weitere Insekten. Wer genau hinschaut, kann vielleicht Wolfsspuren finden.
Im späten Frühjahr ist während der Dämmerung das Schnurren des Ziegenmelkers zu hören – der Balzruf des Männchens. Zwischen August und September prägt die Heideblüte das Landschaftsbild. Genießen Sie die lila Farbenpracht.
Düne ohne Meer
Mitten in der Schneise ist noch ein weiteres Highlight zu entdecken: Eine 10.000 Jahre alte Düne – und weit und breit kein Meer! Nach der letzten Eiszeit war die Vegetation zunächst nur spärlich vorhanden, und so konnte der Wind Sand und Schluff zu einer Düne aufwehen.
Erleben Sie entlang eines ausgewiesenen Rundweges die außergewöhnliche Atmosphäre dieses ökologischen Kleinods an diesem historisch bedeutsamen Ort.
Entdeckungen:
Mai – Juni: Balzrufe des Ziegenmelkers (ab der späten Dämmerung)
Mai – Sept: Fangtrichter des Ameisenlöwen
Aug/Sept: Heideblütenmeer
Ganzjährig: Wolfsspuren, lebendige Grenzgeschichte
Rundweg Wirler Spitze
(outdooractive)
Projekte an der Wirler Spitze werden gefördert durch: