BUND Sachsen-Anhalt

Stumpf-Sinn - Baumfällungen bei Gerbstedt

29. Februar 2024 | BUND, Gesellschaft, Lebensräume, Wälder

Der 29. Februar ist ein Tag, den es nur selten gibt. Und es auch der Tag, an dem letztmalig bis Ende September Bäume gefällt und Gehölze gestutzt werden dürfen. Seit dem 1. März ist Brutzeit der Vögel im verbliebenen Grün. 

 (D. Schreiber)

Im Augsdorf, Ortsteil von Gerbstedt, sind es vier Linden weniger. Vier fast hundertjährige Linden am Sportplatz, die gesund waren, wie man jetzt an den Stümpfen gut sehen kann. Die Linden waren in den 1930ern gepflanzt worden, zeitgleich mit dem Bau des Vereinsgebäudes Laut dem Vorstand des Sportvereins mussten sie gefällt werden, da sie die Sicherheit des Sportlerheims bedroht hätten, da die Wurzeln unter das Gebäude wachsen und es gefährden würden. Seine Vorgänger hatten die Nachbarschaft zum Sportlerheim nicht gefährlich gefunden und sogar liebevoll ein Vordach um einen der Bäume herum gebaut. Sie hatten Respekt vor den Riesen, die im Übrigen gut wissen, dass es unter einem Haus trocken ist, also für sie nichts zu holen gibt und deswegen ihre Wurzeln in andere Richtungen wachsen lassen.

Obwohl in einer Unterschriftensammlung sich mehr als 50 Prozent der Haushalte für den Erhalt der Linden ausgesprochen haben, wurden sie gefällt. Abgelehnt wurde auch der Antrag einer Einwohnerin auf eine einstweilige Anordnung gegen die Fällungen. Einsprüche gegen die Fällungen beim Bürgermeister wurden abgewiesen, eine Diskussion hat es nicht gegeben.  

Jedenfalls ist es nun zu spät. Weg ist weg. Die Baumfreunde von Augsdorf, Gerbstedt und dem BUND Mansfeld-Südharz bleiben traurig zurück. Doch sie haben auch einen Vorschlag: Die Stadt Gerbstedt könnte vier neue gut gewachsene Linden in einer dafür geeigneten Lage pflanzen und ihnen aktiv mit Wasser und Schutz über die ersten Lebensjahre helfen.

Die BUND-Kreisgruppe Mansfeld-Südharz macht mit!


verfasst von: D. Schreiber, BUND-Kreisgruppe Mansfeld-Südharz

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