Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Sachsen-Anhalt

++Achtung Nachwuchs: Wildkätzchen bitte nicht mitnehmen++

01. Mai 2020 | BUND, Lebensräume, Naturschutz, Wälder, Wildkatze

Wildkätzchen im Wald, Foto: Thomas Stephan

Sachsen-Anhalt: In den ersten Frühlingswochen, ab April, werden die Jungen der Europäischen Wildkatze geboren. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) appelliert deshalb an Spaziergänger und Wanderer, kleine Kätzchen im Wald nicht anzufassen oder mitzunehmen. „Junge Wildkatzen sehen Hauskatzen oftmals zum Verwechseln ähnlich", erläutert Friederike Scholz, Wildtierexpertin des BUND. „Werden die Wildkätzchen mitgenommen, bedeutet das viel Stress und unnötige Risiken für diese seltenen Tiere.“ 
 
„In Menschenhand besteht für die Wildkätzchen ein sehr hohes Risiko, sich mit Hauskatzenkrankheiten anzustecken“, erklärt Scholz weiter. „Auswilderungen sind außerdem sehr aufwendig und gelingen nicht immer.“ Zudem sind Wildkatzen geschützte Wildtiere. Sie dürfen nicht ohne Not in menschliche Obhut genommen werden. „Auch wenn die Katzenjungen allein und mutterlos erscheinen, sollte man Abstand halten. Meistens ist das Muttertier auf Mäusejagd oder versteckt sich in unmittelbarer Nähe.“ Die Beobachtungen können gerne dem BUND gemeldet werden. 
 
Junge Wildkatzen haben noch ein deutlich gestreiftes braun-graues Fell und blaue Augen. Erst wenn sie älter werden, verblasst die Fellzeichnung und sie sind durch ihren kräftigen Körperbau und den buschigen Schwanz mit stumpfer, schwarzer Spitze als Wildkatze besser zu erkennen. Das Verbreitungsgebiet der Wildkatze in Deutschland erstreckt sich über Mittel- und Süddeutschland. Zuletzt gelang dem BUND ein neuer Wildkatzennachweis in Sachsen-Anhalt, nämlich im Burgenlandkreis. 
 
Hintergrund Der BUND setzt sich seit mehr als 15 Jahren mit seinem Projekt "Rettungsnetz Wildkatze" für den Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze in Deutschland ein. Dabei werden u.a. sogenannte „Grüne Korridore“ aus Büschen und Bäumen gepflanzt, in denen die Wildkatze Deckung findet, auf die sie dringend angewiesen ist. Bundesweit engagieren sich Naturschützerinnen und Naturschützer für die Vernetzung der Lebensräume der Wildkatze und untersuchen die Entwicklung ihrer Bestände. Auch in Sachsen-Anhalt kümmert sich ein Team des BUND um den Schutz der Wildkatze und hilft dabei, das Rettungsnetz im Land auszubauen. Ebenfalls setzt sich der BUND für den Bau von Grünbrücken oder Unterführungen an Unfallschwerpunkten ein sowie für den Verzicht auf weiteren Straßenbau. Er fordert die Politik auf, diese Maßnahmen umzusetzen und sich dadurch stärker für den Schutz der Biologischen Vielfalt in Deutschland einzusetzen. 
 
Mehr Informationen und Kontakt, wenn man Wildkatzenjunge gesehen hat: www.bund.net/wildkatze 
 
Wildkatzenfotos und druckfähige Verbreitungskarte der Europäischen Wildkatze in Deutschland:   www.bund.net/wildkatzenfotos
Kontakt: Friederike Scholz, BUND-Wildtierexpertin, Tel. 030 275 86- 566, E-Mail: Friederike.Scholz@bund.net; Jenny Therese Kupfer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Naturschutzgroßprojekte, Tel. 030 275 86-544, E-Mail: Jenny.Kupfer@bund.net 
 
Projektbüro Wildkatze & Co. Sachsen-Anhalt: Fabian Hunkert, BUND-Regionalverband HalleSaalekreis, Umweltzentrum Franzigmark, E-Mail: fabian.hunkert@bund-halle.de 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb