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BUND Sachsen-Anhalt

BUND-Greifvogelschutz: Wiesenweihe Landwirtschaft & Naturschutz gemeinsam für seltenen Greifvogel

15. Oktober 2019 | BUND, Grünes Band, Lebensräume, Naturschutz, Landwirtschaft

Foto: René Fonger

Salzwedel, 15.10.2019: Der Bestand von Circus pygargus, der Wiesenweihe, konnte 2019 in der nördlichen Altmark durch intensive Schutzmaßnahmen gefördert werden. Das zeigen aktuelle ornithologische Untersuchungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Sachsen-Anhalt e. V. (BUND). „Unser Schutzprojekt blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Zusammen mit dem angrenzenden Wendland in Niedersachsen brüteten 2019 in der Altmark knapp 10% des bundesweiten Brutbestandes“, sagt Dieter Leupold, Leiter der Koordinierungsstelle Grünes Band und stellv. Landesvorsitzender des BUND.  
 
Die Wiesenweihe ist in den letzten 40 Jahren eine seltene Erscheinung geworden. Der aktuelle Bestand liegt bei nur noch ca. 400 Brutpaaren in ganz Deutschland. Im Rahmen des altmärkischen Schutzprojektes konnten 21 Brutpaare im Altmarkkreis Salzwedel und 13 Brutpaare im Landkreis Stendal lokalisiert werden. Davon waren 22 Brutpaare erfolgreich – fast alle durch die Schutzmaßnahmen. Knapp 80 Jungvögel wurden flügge. 
 
Der Name Wiesenweihe nimmt Bezug auf ihren früheren Lebensraum. Feuchtwiesen, Seggenrieder und Hochstaudenfluren sind die bevorzugten Lebensräume, in denen der Bodenbrüter sein Nest anlegt. Diese Lebensräume sind in den letzten Jahrzehnten selten geworden. Der Greifvogel verlagerte sein Brutgeschehen deshalb in landwirtschaftliche Kulturen – meist Getreidefelder, aber auch Raps und Luzerne. Doch damit ist das Problem nicht gelöst, sondern beginnt von vorne! In den landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen ist die Brut der Wiesenweihe extrem gefährdet. Zum Zeitpunkt der Ernten sind die Jungen der Wiesenweihe noch nicht flügge und finden einen jähen Tod während der Ernte mit Hochleistungsmaschinen.  
 
Aus diesem Grund führt der BUND Sachsen-Anhalt e. V. ein WiesenweihenSchutzprojekt durch. Ziel des Schutzprojektes ist es die Nester durch eine intensive Bodensuche frühzeitig zu lokalisieren und vor den Erntearbeiten zu schützen. „Dabei wird ein Stück des Feldes um das Nest herum von der Ernte ausgespart, bis die Jungen flügge sind. Zusätzlich wird ein kleiner Metallzaun um das Nest aufgestellt“, meint René Fonger, der für dieses Schutzprojekt des BUND zuständige Ornithologe. Dies erhöht zudem den Schutz vor Prädatoren wie Fuchs und Wildschwein. Die Maßnahmen waren so erfolgreich, dass der Bruterfolg in den letzten Jahren erheblich gesteigert werden konnte. 
 
Im Jahr 2019 war das Nahrungsangebot für die Wiesenweihe in der Altmark sehr gut. Es gab große Bestände an Feldmäusen – Hauptnahrung vieler Greifvögel.  
 
Dieser Erfolg ist aber nur durch die enge Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftern möglich. Einige landwirtschaftliche Betriebe unterstützen den Wiesenweihen-Schutz schon seit über 10 Jahren. Ein großes Dankeschön für die 
Salzwedel, den 14.10.2019 
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, BUND Sachsen-Anhalt e.V. 
 
 Pressemitteilung 
 
BUND Sachsen-Anhalt e.V. Landesgeschäftsstelle Olvenstedter Str. 10 39108 Magdeburg 
 
Tel. 0391/563078-0 Fax 0391/563078-29 
 
info@bund-sachsen-anhalt.de www.bund-sachsen-anhalt.de 
unkomplizierte Zusammenarbeit.  
 
Die Wiesenweihen sind im Moment wieder in ihrem Winterquartier in der Sahelzone in Afrika angekommen. Im nächsten Frühjahr werden hoffentlich wieder viele Vögel ihren über 5.000 km langen Weg aus dem Winterquartier in die Altmark gut überstehen und wieder zu brüten anfangen.  
 
Das Projekt wird vom Land Sachsen-Anhalt über die Richtlinie zur Förderung von Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekten mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert. 
 
PRESSEKONTAKT: Koordinierungsstelle Grünes Band Sachsen-Anhalt BUND Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. Amanda Hasenfusz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Chüdenstr. 4 | 29410 Hansestadt Salzwedel 0176.73 81 66 30 | 03901 39 39 75 8 hasenfusz@gmx.de gruenesband@bund-sachsen-anhalt.de (Dieter Leupold) in Kürze: amanda.hasenfusz@bund-sachsen-anhalt.de  www.gruenesband.info www.bund-sachsen-anhalt.de www.greenbelteurope.eu  

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