Erfolgreichstes Jahr für den Schutz der Wiesenweihe

25. September 2025 | Lebensräume, Naturschutz

Seit mehr als 20 Jahren bemühen sich verschiedene Akteure in Sachsen-Anhalt darum, die Wiesenweihe zu schützen. Durch den Einsatz des Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. überlebten dieses Jahr so viele Jungvögel wie noch nie.

Wiesenweihe Jungvogel, ca. 14 Tage alt  (BUND)

Die Wiesenweihe ist ein seltener Greifvogel, der heute fast nur noch auf landwirtschaftlichen Flächen brütet. Das ist gefährlich für den Nachwuchs, denn oft sind die Jungen noch nicht flügge, wenn die Erntearbeiten beginnen.

Seit 2018 schützt der BUND die Wiesenweihe, in dem er die Felder nach Nestern absucht und diese mit einem Zaun sichert. So ist der Vogelnachwuchs nicht nur vor Erntearbeiten sondern auch vor Raubtieren geschützt.

„Dieses Jahr konnten wir für den Wiesenweiheschutz eine zweite Kraft einstellen, so dass wir die Nester schneller finden und sichern konnten. Das hat sich gelohnt. Noch nie konnten wir so viele Jungvögel retten wie in diesem Jahr“, sagt René Fonger, Projektleiter beim BUND.

Von den 34 gefundenen Nestern konnten 27 rechtzeitig mit Zäunen geschützt werden, so dass mindestens 86 Jungvögel flügge geworden sind. Bisher lag der Höchststand bei 79 geretteten Jungvögeln.

„Die hohe Anzahl an flüggegewordenen Jungvögeln zeigt, wie wirksam die Schutzmaßnahmen sind. Dieser Erfolg ist aber nur möglich, weil die landwirtschaftlichen Betriebe und die Jägerschaft gut mit uns kooperieren. Einige Landwirte verzichten sogar auf einen Teil ihrer Ernte, weil sie Restflächen um die Nester herum nicht abernten“, so Fonger weiter.

Zwar ist im Altmarkkreis Salzwedel die Anzahl nachgewiesener Bruten etwas rückläufig, dafür intensivierte der BUND seine Aktivitäten im Landkreis Stendal und im Zerbster Land und konnte dort mehr Nester finden und sichern. Im Zerbster Land brüteten von neun nachgewiesenen Brutpaaren sieben erfolgreich. Der positive Trend, der sich in dieser Region in den letzten Jahren gezeigt hat, setzt sich somit weiter fort.

Der BUND geht davon aus, dass in Sachsen-Anhalt insgesamt 40 bis 50 Wiesenweihe-Paare leben. Denn neben den 34 Brutpaaren hat der Verband auch mehrere Revierpaare erfasst. Dabei handelt es sich um Vogelpaare, die ein Revierverhalten zeigen. Das heißt, sie vertreiben andere Greifvögel oder das Männchen übergibt seine Beute im Flug an das Weibchen. Gebrütet haben diese Paare allerdings nicht.

Das vom BUND Sachsen-Anhalt e.V. durchgeführte Projekt zum Schutz der Wiesenweihe hat das Land Sachsen-Anhalt mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert.

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