Junge Menschen erkunden bedrohte Gipskarstlandschaft – Exkursion im Südharz setzt Zeichen für Zukunft und Ressourcenschutz

29. September 2025 | BUND

Am 26. und 27. September 2025 haben 13 junge Erwachsene im Alter zwischen 19 und 26 Jahren aus Thüringen und Sachsen-Anhalt die Südharzer Gipskarstlandschaft erkundet.

 (BUNDjugend Thüringen)

Die Exkursion wurde von BUNDjugend Thüringen und BUNDjugend Sachsen-Anhalt organisiert und bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Rohstoff Gips und den Konflikten zwischen Abbau, Natur- und Anwohnerschutz auseinanderzusetzen.

Die Südharzer Gipskarstlandschaft ist weltweit einzigartig: Dolinen, Höhlen und Bachschwinden prägen die Region, über 100 seltene Pflanzenarten sowie Tiere wie Wildkatze, Luchs und gut 20 verschiedene Fledermausarten sind hier zuhause. Doch die Landschaft ist massiv bedroht. Allein in Niedersachsen und Thüringen sind rund 1.000 Hektar Gipskarst zum Abbau genehmigt – ein Großteil davon in Buchenwald.

Für junge Menschen, die mit der Realität endlicher Ressourcen aufwachsen, ist diese Bedrohung ein zentraler Konflikt. „Wir als junge Generation müssen uns ganz besonders damit beschäftigen, wie wir zukünftig mit knappen Ressourcen umgehen und wie wir durch den Rohstoffabbau gefährdete Landschaften schützen wollen. Die Gipskarstlandschaft ist ein Naturerbe und Lebensraum von unschätzbarem Wert. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie für wirtschaftliche Interessen geopfert wird, während gesunde und umweltfreundliche Baustoffe eigentlich schon lange auf dem Markt verfügbar sind", sagt Timon Eick, Mitglied der BUNDjugend Thüringen.

Die Exkursion knüpfte an ein vorbereitendes Webinar vom 22. September an, bei dem die Biologin Ursula Schäfer Grundlagen zum Gipskarst und den aktuellen Abbaukonflikten vermittelte. Vor Ort konnten die jungen Menschen das theoretische Wissen mit eigenen Eindrücken verbinden, die Landschaft erleben und mit Fachleuten und Betroffenen diskutieren.

Die BUNDjugend schließt sich den Forderungen des BUND an:

  • Ausstieg aus dem Naturgipsabbau bis spätestens 2045,
  • Einrichtung eines länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats „Gipskarst Südharz“,
  • Stopp neuer Abbauflächen und Erweiterungen,
  • Förderung von Alternativen wie Recyclinggips, Lehm oder Stroh,
  • stärkere Einbindung der Öffentlichkeit in Entscheidungsprozesse.

 

Mit Aktionen wie dieser Exkursion macht die BUNDjugend deutlich: Der Schutz der Gipskarstlandschaft ist eine Generationenfrage – und betrifft die Zukunft aller.


Zur Website der BUNDjugend Sachsen-Anhalt

 

Kontakt Gipskarst:
Ursula Schäfer, Telefon: 01579 2331438, u.schaefer(at)bund-thueringen.de, https://naturerbe-gipskarst.de/

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