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BUND Sachsen-Anhalt

Mehr Schutz für Grasfrosch, Glattnatter & Co.

22. März 2019 | BUND, Flüsse & Gewässer, Kreisgruppen, Lebensräume, Naturschutz

Pressemitteilung

Landesarbeitskreis Feldherpetologie Sachsen-Anhalt ruft zur landesweiten Meldung von Amphibien- und Reptilienfunden auf.

Frühlingsbeginn: Es ist wieder soweit. Die kalten Wintertage sind vorüber, die Temperaturen steigen - und die ersten Amphibien machen sich von ihren Winterquartieren auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Auch die ersten Ausflüge heimischer Eidechsen und Schlangenarten aus ihrer winterlichen Zuflucht stehen bevor. Der Landesarbeitskreis Feldherpetologie sammelt auch in diesem Jahr wieder Informationen zu wandernden Fröschen, Kröten, Molchen und Salamandern und bietet Informationen zur Amphibien-freundlichen Gestaltung des Gartens.

„Amphibien und Reptilien gehören zu den am stärksten gefährdeten Artengruppen deutschland- und weltweit - auch in Sachsen-Anhalt stehen über drei Viertel der hier vorkommenden Lurche und Kriechtiere auf der Roten Liste“, erläutert Jörg Engler, Biologe und stellvertretender Sprecher des Landesarbeitskreises (LAK) Feldherpetologie Sachsen-Anhalt.

Die Gründe für diese negative Entwicklung sieht der Naturschützer nicht nur in der hohen Zahl von Tieren, die dem Straßenverkehr zum Opfer fallen, sondern auch in der Intensivierung der Agrarlandschaft mit zunehmendem Pestizideinsatz. Hinzu kommt der fortschreitende Verlust von Lebensräumen wie Gewässern, Feuchtgrünland und geschützten, ungestörten Plätzen zum Sonnen. Auch neu eingewanderte Fressfeinde wie der Waschbär oder der Fischbesatz von Laichgewässern gefährden seltene und geschützte Arten. Erfreulich ist, dass das öffentliche Interesse an Kröten, Fröschen, Eidechsen und Schlangen in der Bevölkerung nach und nach zunimmt, wie viele Arbeitseinsätze Ehrenamtlicher zeigen.

Amphibien leisten durch ihr vielfältiges Nahrungsspektrum mit Insekten, Würmern und Schnecken einen bedeutenden Beitrag zur Schädlingsbekämpfung und stellen selbst eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Vögel und Kleinsäuger dar. Außerdem sind sie so genannte Zeigerarten. Ihr Vorkommen liefert entscheidende Hinweise für die Qualität wertvoller Lebensräume, etwa für Auwälder und strukturreiche Trockenhänge.

Der Landesarbeitskreis (LAK) Feldherpetologie des BUND Sachsen-Anhalt setzt sich deshalb intensiv für Grasfrosch, Glattnatter & Co. ein. Die Gruppe, die sich aus engagierten Interessierten und Fachleuten zusammensetzt, will Forschungsprojekten und Pflegeaktionen sowie den Schutz dieser Tiere aktiv vorantreiben.

„Wir wollen allen Interessierten als kompetente Ansprechpartner bei Fragen zu Amphibien und Reptilien mit Rat und Tat zur Seite stehen“, so Engler. „Wenn jemand beispielsweise wissen will, wie er seinen Gartenteich amphibienfreundlich gestalten kann oder welche Kröten- und Eidechsenarten auf der angrenzenden Wiese leben, kann er sich an uns wenden.“

Der Aufbau einer landesweiten Datenbank mit allen Fundpunkten von Lurchen und Kriechtieren dient als wesentliche Arbeitsgrundlage des LAK. Sie soll dabei helfen, das Wissen zur Verbreitung der geschützten Arten in unserem Land zu erweitern. „Wir können nur schützen, was wir auch kennen. Hierzu sind wir auf das in der Bevölkerung schlummernde Wissen angewiesen“, betont Engler. „Jeder kann sich an der Erweiterung dieses Wissensschatzes beteiligen, vom interessierten Gartenbesitzer bis zum Profi-Herpetolgen.“

Für die Meldung von Daten ist der Zeitpunkt während der Frühjahrswanderung perfekt: Alle Funde, ob im Teich, am Amphibienzaun, auf der Straße oder in anderen Habitaten können mit Foto, Datum, Ort und, sofern bekannt, der jeweiligen Artbezeichnung, per E-Mail an den LAK geschickt werden. Das Ziel ist ein umfassender Überblick, welche Arten in Sachsen-Anhalt wo, wann und wohin wandern, wo sich ihre Laichgewässer befinden und welche Straßen und sonstigen Barrieren die Tiere auf ihren Wegen überwinden müssen. Daher ist auch die Meldung von toten Tieren an Straßen wichtig. Dann kann der Arbeitskreis vor Ort aktiv werden, Gefahrenstellen beseitigen und Schutzmaßnahmen veranlassen.

Die Gruppe freut sich auch über Helfer und Unterstützer. Interessierte können per E-Mail an die Adresse feldherpetologie-lsa@web.de oder über die Facebookseite (www.facebook.com/LAK.Feldherpetologie.LSA) des Arbeitskreises mit der Gruppe in Kontakt treten.

 

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