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BUND Sachsen-Anhalt

Naturschutzmaßnahmen am „Bromer Busch“ im Grünen Band

12. Dezember 2019 | BUND, Grünes Band, Landwirtschaft, Lebensräume

P R E S S E M I T T E I L U N G  | 12.12.2019


Neuer Lebensraum für Schlingnatter und Läusekraut im NATURA 2000-Gebiet und Naturschutzgebiet „Ohre-Aue“ nahe Steimke in Sachsen-Anhalt
 

Salzwedel/Bromer Busch, 11.12.2019: Der BUND Sachsen-Anhalt e. V., hier speziell die BUND-Koordinierungsstelle Grünes Band mit Sitz in Salzwedel, führt im Winter 2019/2020 Pflegemaßnahmen am Grünen Band nahe Steimke durch. Die Naturschutzmaßnahmen beginnen in der KW 51/2019 und finden im NATURA-2000-Gebiet und Naturschutzgebiet „Ohre-Aue“, einem Teilbereich des sog. „Bromer Busches“, statt. Das Gebiet ist zudem FFH-Gebiet und somit zusätzlich europarechtlich geschützt.

 

Der ehemalige Grenzstreifen, jetzt Grünes Band Sachsen-Anhalt, ist seit 1990 fast komplett mit Bäumen zugewachsen. Nur einige kleine Teilflächen sind mit Heide und Pfeifengraswiesen erhalten geblieben – auch nur durch entsprechende Pflegemaßnahmen in den letzten Jahren. Zu Gunsten der unten aufgeführten Arten und Lebensräume sollen nun weitere Teile des nach 1990 gewachsenen Baumbestandes, überwiegend junge Kiefern und Birken, auf einer Fläche von bis zu 5 Hektar entfernt werden.

Dadurch ist es möglich weitere naturschutzfachlich wertvolle Heide- und Pfeifengrasflächen zu reaktivieren. Die vorgesehenen Maßnahmen wurden bereits im Zuge der Erarbeitung eines durch den BUND mit Hilfe von Landesfördermitteln beauftragten FFH-Managementplanes für dieses Gebiet vorgeschlagen; entsprechende Fachplanungen wurden vorgenommen. Bei der Erarbeitung des FFH-Managementplanes zeigte sich, dass gerade die wertvollen Offenlandlebensräume in diesem Gebiet seit 1990 dramatische Verluste erlitten haben. Mit der bevorstehenden Abholzung wird zugleich die Verpflichtung aus der FFH-Richtlinie erfüllt: einen günstigen Erhaltungszustand zu gewinnen bzw. wiederherzustellen.
 

Das anfallende Holz wird größtenteils von den Flächen entfernt und als Energieträger in Form von Hackschnitzeln und Scheitholz verarbeitet. In Zukunft soll eine regelmäßige Pflege, in Form von Beweidung bzw. Mahd dafür sorgen, dass die Flächen nicht wieder zuwachsen.

Die Maßnahme wird mit Geldern des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt im Rahmen des neuen Fördermittelprogramms „Arten-Sofortförderung“ gefördert und soll Ende Februar 2020 abgeschlossen sein.

Warum sind Offenlandlebensräume wichtig?

Offenlandlebensräume auf nährstoffarmen Standorten sind in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft fast verschwunden. Sie bieten vielen Pflanzen und Tieren Lebensräume, die sie ansonsten nicht mehr hätten.

Ein gutes Beispiel ist das Waldläusekraut ( Bild anbei). Es ist in Sachsen-Anhalt durch Intensivierung und Trockenlegung der Landschaft, aber auch durch unkontrolliertes Zuwachsen bedroht. Es ist ein Halbparasit, der andere Pflanzen anzapft, um Nährstoffe zu erhalten. Weitere botanische Besonderheiten des Gebietes sind der Sumpfbärlapp, der Königsfarn und die Glockenheide. Alle diese Arten haben eines ihrer ganz wenigen Vorkommen in der Region und sind fast nur noch im Grünen Band vorhanden.

Auch die Fauna des Gebietes, beispielsweise Schlingnatter ( Bild anbei) und zahlreiche Schmetterlinge, profitiert von vorgesehenen Freistellungen. Die Schlingnatter braucht Sonnplätze und ein gutes Nahrungsangebot, das meist aus anderen Reptilien, wie der Wald- und Zauneidechse besteht.

Hintergrund „Bromer Busch“ am Grünen Band Sachsen-Anhalt
Das Naturschutzgebiet „Ohre-Aue“ beschreibt zu großen Teilen Abschnitte des Grünen Bandes an der Ohre. Die Ohre ist in diesem Bereich der Grenzfluss zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Aus diesem Grund besteht für den BUND Sachsen-Anhalt e. V., der sich aktiv für das Grüne Band Sachsen-Anhalt einsetzt, ein besonderes Interesse, die Zustände aus ökologischer Sicht genau zu kennen und mit Hilfe eines FFH-Managementplanes u. a. die Entwicklung des Bereiches als Wanderkorridor und Überlebensraum für viele Arten zu fördern. Das Waldgebiet des Bromer Busches mit einer Gesamtgröße von ca. 75 Hektar konnte in der Vergangenheit vollständig für Zwecke des Naturschutzes angekauft werden. Auf sachsen-anhaltinischer Seite vom BUND, gefördert durch Mittel der Lotto Toto GmbH Sachsen-Anhalt sowie mit Unterstützung vieler Spender. Auf niedersächsischer Seite wurden die Fläche von der Naturschutzverwaltung erworben.

Fachkontakt für Rückfragen
Dieter Leupold
BUND Sachsen-Anhalt e. V.
Mobil: 0151 12 55 88 30 

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