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BUND Sachsen-Anhalt

Wenn`s schnell gehen muss: Artensofortförderung!

07. April 2020

Foto: Jürgen Starck

Kreuzotterschutz am Grünen Band Sachsen-Anhalt zwischen Arendsee und Bömenzien durch neue Strukturelemente in der Landschaft | Freistellung von Heideflächen und Trockenrasenflächen
 
Salzwedel, 07.04.2020: Die Bestände der Kreuzotter (Vipera berus) sind landesweit in den letzten Jahren rapide zurückgegangen. Die Art gilt als stark gefährdet und steht kurz vor dem Aussterben.  Am Grünen Band zwischen Arendsee und Bömenzien befindet sich der einzige Bereich im nördlichen Sachsen-Anhalt, in welchem es derzeit noch Nachweise der Schlangenart gibt. Ein Restvorkommen! Diesen Bestand gilt es nun zu schützen. Deshalb hat sich der BUND Sachsen-Anhalt e. V., und hier speziell die Koordinierungsstelle Grünes Band, am Landesprogramm Artensofortförderung beteiligt.

Durch die Artensofortfinanzierung des Landes Sachsen-Anhalt konnten in den vergangenen Wochen etliche biotopverbessernde Maßnahmen für die Kreuzotter umgesetzt werden. Neue Strukturelemente am Grünen Band zwischen Arendsee und Bömenzien sind entstanden: 15 Stein- und Reisighaufen sowie 10 frostsichere Winterquartiere. Diese dienen der Kreuzotter, aber auch anderen Kriechtieren wie Schlingnatter und Zauneidechse, als Unterschlupf und Sonnenplatz. Die neuen Strukturen wurden sicherheitshalber eingezäunt, um einen Schutz vor anderen Wildtieren zu gewährleisten (z B. Wildschweine). Wildschweine fressen eine Vielzahl von Kleintieren, die sie bei ihrer Wühltätigkeit finden. Durch den Zaun sind die Schlangen an ihren Ruhe- und Überwinterungsplätzen geschützt.

Zusätzlich zum Bau der eingezäunten Strukturelemente wurden weitere Artenschutzmaßnahmen auf den Flächen des BUND durchgeführt. Dazu gehört die Entnahme von Jungkiefern in den naturschutzfachlich wertvollen Heide- und Trockenrasenbereichen.   

Kreuzotter allgemein
Die Kreuzotter erreicht eine Durchschnittslänge von 50 bis 70 cm. Der Körper der Schlange ist gedrungen gebaut, der Kopf für eine Viper vergleichsweise wenig deutlich vom Körper abgesetzt. Die Schnauze ist vorn gerundet und geht in eine flache Kopfoberseite über. Die Grundfärbung der Kreuzotter ist sehr variabel und reicht von silbergrau und gelb über hell- und dunkelgrau, braun, blau-grau, orange, rotbraun und kupferrot bis schwarz. Die Kreuzotter bevorzugt Habitate mit starker Tag-Nacht-Temperaturschwankung und hoher Luftfeuchtigkeit. Besiedelt werden zwergstrauchreiche Waldschneisen und Waldränder, Moore, Heiden, feuchte Niederungen, alpine Geröllfelder und Bergwiesen im Bereich der Baumgrenze.
Quelle: wikipedia

Schutzstatus der Kreuzotter
Gefährdungen für die Bestände der Kreuzotter gehen vor allem von Beeinträchtigungen der Lebensräume aus, etwa durch die Verbuschung oder Aufforstung von Sonnenplätzen oder durch Bewirtschaftungs- bzw. Baumaßnahmen in Heide- und Waldrandgebieten. In Ostdeutschland werden insbesondere durch die Abkehr von der Kahlschlagwirtschaft sonnige Bereiche, die sonst als Frühjahrssonn- und Paarungsplätze genutzt wurden, im Wald immer seltener. In diesen Wäldern bedarf es deshalb aktiver Biotopentwicklungsmaßnahmen zum Schutz der Kreuzotter.
• Gesetzlicher Schutzstatus (Auswahl)
Bundesartenschutzverordnung: Anlage 1
Bundesnaturschutzgesetz: besonders geschützt
• Nationale Rote Liste-Einstufungen (Auswahl)
Rote Liste Bundesrepublik Deutschland: 2 – stark gefährdet
Quelle: wikipedia


Hintergrund Artensofortförderung

Die Maßnahmen des BUND zur Artensofortförderung werden mit Geldern des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt finanziert. Gefördert werden überschaubare und wirksame Maßnahmen der Landschaftspflege und Gewässerökologie sowie des Arten- und Biotopschutzes, die für den Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt und zur nachhaltigen Verbesserung des Naturhaushaltes in Sachsen-Anhalt einen wichtigen Beitrag liefern. Weitere Infos dazu unter https://mule.sachsen-anhalt.de/umwelt/artensofortfoerderung/

 

Fachkontakt
René Fonger | wiesenweihe.lsa(at)web.de | Mobil: 0163 4588642
Jürgen Starck | haselnusshof(at)radkultur-starck.de | Tel.: 039036 968252


 

PRESSEKONTAKT
BUND-Koordinierungsstelle Grünes Band Sachsen-Anhalt
BUND Sachsen-Anhalt e. V.
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