Zwischenbericht 2019
Die Flächengröße des Projektgebietes zuzüglich weiterer für Wiesenvögel besonders geeigneter Flächen in dessen Umfeld beträgt für das Jahr 2019 ca. 2870ha.
Foto: D. Damschen
(BUND Sachsen-Anhalt)
Kiebitz
Es konnten 15 Reviere erfasst werden. Bruterfolg war bei drei Paaren feststellbar, dort wurden sechs vollflügge Jungvögel ermittelt. In einem weiteren Fall ist die Aufzucht der Jungen noch nicht abgeschlossen.
Einschätzung: der Erhaltungszustand der Art ist in diesem Jahr schlecht, im Vergleich zu den drei Vorjahren ist der Bestand um 30- 50% eingebrochen, dafür zeichnet augenscheinlich die seit dem Frühjahr 2018 anhaltende Trockenheit in der Region verantwortlich, wobei die Zahl der höffigen Bruthabitate durch den Wassermangel auf ein Minimum zusammengeschrumpft ist.
Bekassine
Die lokalen Vorkommen (bei Hestedt, Cheine, Brietz, Hoyersburg) waren im Jahr 2019 erloschen, wobei der Durchzug der Schnepfe im Frühjahr aber vergleichbar wie in den Vorjahren ausfiel. Auch hier ist die Trockenheit verantwortlich.
Einschätzung: Unter den derzeitig herrschenden Witterungsbedingungen sind Schutzmaßnahmen schwierig umsetzbar, obgleich die in den Vorjahren brutbesiedelten Flächen auch im Jahr 2019 spät bzw. auch bis Anfang August noch nicht in die landwirtschaftliche Bearbeitung überführt wurden.
Flussregenpfeifer
Ein Brutpaar auf einer Inselfläche der Brietzer Teiche konnte ermittelt werden, Bruterfolg wurde nicht konstatiert.
Wachtelkönig
Es erfolgt nur eine Sichtbeobachtung eines Vogels am 21.05. im Cheiner Moor, woraus aber an sich kein Revier abzuleiten ist. Der Flächenkomplex wurde bis Anfang August nur zu einem kleinen Teil gemäht, wie in den Vorjahren bei Revierverdachtsfällen wurde dementsprechend verfahren.
Wiesenpieper
Es konnten 45 Reviere festgestellt werden. Bruterfolg ist bei der Art nicht leicht (anhand flügger Junge) zu ermitteln. Ende Mai konnten zweimal 3 und einmal 4 vollflügge Junge, Ende Juni einmal 3 vollflügge Junge beobachtet werden, Feststellungen fütternder Altvögel gelangen an vielen brutbesiedelten Stellen bis Ende Juli, was auch auf eine hohe Zahl von Drittbruten hindeutet.
Einschätzung: Die hiesige Population ist im Vergleich zu den Vorjahren um ca. 30% geschrumpft, was ausschließlich der Trockenheit geschuldet sein dürfte, denn viele Blänken, an denen der Vogel mit Vorliebe siedelt, blieben in diesem Jahr völlig aus. Diese Umstände sind von unserer Seite nicht beeinflussbar. Die Absprachen zur Realisierung von Schutzmaßnahmen und deren Umsetzung auf den vom Vogel brutbesiedelten Flächen verliefen allerdings hervorragend. Durch das Angebot von Ausgleichszahlungen, die angepasste Anlage von Schonstreifen und die Einhaltung von Zeiten der Bearbeitungsruhe von 5- 7 (>) Wochen erhielten alle Brutpaare wenigstens einmal und 70% der Paare 2-3mal die Möglichkeit zur Jungenaufzucht. Der Erhaltungszustand der Art im Projektgebiet ist somit als gut einzuschätzen.
Braunkehlchen
Im Mai konnten 80 Reviere des Braunkehlchens kartiert werden. An 73 Stellen schritten die Vögel zu Fortpflanzung, mind. 64 Paare hatten Junge, die das Nest verlassen hatten und bei 50 gemusterten Familien waren 180 vollflügge Jungvögel zu entdecken. Der tatsächliche Jungvogeloutput dürfte allerdings höher (über 200) liegen, organisatorisch ist eine genaue Auszählung aber natürlich nicht zu leisten.
Einschätzung: Der Erhaltungszustand der Art im Projektgebiet ist gut, die Ergebnisse der Fortpflanzungsperiode 2019 hervorragend. Vor dem Hintergrund verheerender Bestandszusammenbrüche von Wiesenpieper und Braunkehlchen im benachbarten Niedersachsen ist unsere Arbeit im Projektgebiet auch von länderübergreifender Bedeutung.
Schwarzkehlchen
Der Vogel konnte in 56 Revieren nachgewiesen werden. 27 Paare hatten nachweislich Bruterfolg und brachten mind. 80 Jungvögel bis zur vollen Flugfähigkeit.
Einschätzung: Das Schwarzkehlchen konnte seinen Bestand und seinen Bruterfolg im Gegensatz zu den Vorjahren deutlich steigern womit im Jahr 2019 bei der Art eine Stabilisierung des Vorkommens im „untypischen“ Lebensraum Grünland eingetreten ist. Der Vogel profitiert wesentlich von den Schutz- und Stützungsmaßnahmen, die für das Braunkehlchen eingeleitet werden (Schonstreifen, Bearbeitungsruhe, späte Mahd von Säumen, Gräben, das Anbieten von Sitzwarten…).
Durch die Installation von „künstlichen“ Sitzwaren an Gräben und Wegen konnten in der Saison 2019 auf einer Gesamtlänge von 11400lfm
- 23 Braunkehlchenreviere
- 13 Schwarzkehlchenreviere
- 12 Wiesenpieperreviere
„gegründet“ werden, bzw. die Vögel dazu bewegt werden, sich an den entsprechenden Anlagen auch anzusiedeln.