Der Arbeitskreis Baumschutz stellt sich vor

Dramatischer Wandel im Harz-Wald: Eindrücke von der Wanderung im Juli 2024

Bei der vom Landesarbeitskreis organisierten Wanderung im Juli 2024 zeigte sich ein dramatisch verändernder Harz-Wald. Die Landschaft ist geprägt von großflächigen Fällungen mit schweren Geräten, die deutliche Spuren hinterlassen haben. Gleichzeitig lassen sich aber auch neue, sich selbst organisierende Ökosysteme beobachten, die eine völlig andere und sehr vielfältige Artenzusammensetzung aufweisen – ganz anders als je zuvor. Diese Veränderungen sind nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar. Die neuen Ökosysteme entwickeln sich eigenständig und bieten Raum für eine bunte Vielfalt an Pflanzen und Tieren, wenn man ihnen Raum und Zeit gibt. Dieses natürliche Umorganisieren zeigt, wie anpassungsfähig die Natur ist, auch wenn die Umstände dramatisch sind. Viele von uns kennen ähnliche Bilder aus der näheren Umgebung. Es ist höchste Zeit, aktiv für den Schutz und die Erhaltung unserer Bäume und Wälder einzutreten. Die dramatischen Veränderungen machen deutlich, dass wir handeln müssen, um sie für kommende Generationen zu bewahren.

Klimakrise und Waldpolitik: Forderung nach Umdenken

Die aktuelle klimatische Situation und ihre Auswirkungen auf das Waldgefüge erfordern aus unserer Sicht eine strikte Änderung der Waldpolitik. Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus, um den dramatischen Biodiversitätsverlust zu stoppen und den Wald mit all seinen Ökosystemleistungen zu erhalten.

Rechtliche Schritte für den Naturschutz

Erst kürzlich hat der BUND vor dem Bundesverfassungsgericht eine Naturschutzklage beziehungsweise Verfassungsbeschwerde eingereicht.

Auch die Ergebnisse der Bundeswaldinventur zeigen alarmierende Entwicklungen: Der Wald ist keine verlässliche CO2-Senke mehr. Diese Fakten machen deutlich, dass ein Umdenken dringend notwendig ist, wenn wir unseren Wald nicht verlieren wollen.

Unser Positionspapier: „Eine Atempause für den Wald“

Anfang dieses Jahres konnten wir ein gemeinsam erarbeitetes Positionspapier mit dem Titel „Eine Atempause für den Wald“ fertigstellen und online stellen. Es fasst unsere Forderungen und Gedanken zusammen und ist ein wichtiger Schritt, um die Aufmerksamkeit auf die Situation der Wälder zu lenken.

Den Link zu dem Papier finden Sie hier.

 

Vortrag von Prof. Dr. Pierre Ibisch "Den Wald bewirtschaften? Ja, aber bitte sozialökologisch!"

Parallel zu unseren Aktivitäten liefen in diesem Jahr auch die Vorbereitungen für den Vortrag von Prof. Dr. Pierre Ibisch am 5. Juni 2025 im Hörsaal des Umweltbundesamtes in Dessau-Roßlau. Auf Wunsch vieler Mitglieder haben wir diesen Vortrag privat aufgezeichnet. Das Video steht nun zur Verfügung und kann hier angesehen werden:

Ein starker, sehr beeindruckender Vortrag im Hörsaal des Umweltbundesamtes in Dessau-Roßlau!

Das Thema versprach bereits im Vorfeld spannend und interessant zu werden, denn
unser Wald steht vor gewaltigen Herausforderungen. Vor allem Hitzewellen und Dürreperioden, aber auch die bisherige Nutzung setzen ihm zu.

Wie wird der Wald der Zukunft aussehen? Welche Waldbewirtschaftung ist wirklich nachhaltig? Welche Ansprüche haben die Menschen an den Wald und wird die Forstwirtschaft ihnen gerecht? Was ist Waldgerechtigkeit?

Im Rahmen des Vortrages wurde der sozialökologischen Ansatz der Waldbewirtschaftung als konstruktive Kritik an und Alternative zur konventionellen Forstwirtschaft vorgestellt und in der anschließenden Fragerunde diskutiert.

Veranstalter waren neben dem BUND Sachsen-Anhalt e.V. (Landesarbeitskreis Baum und Kreisgruppe Dessau-Roßlau) und der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V. die „Baum- und Waldfreunde“ sowie die Bürgerinitiative „Baumreich Dessau-Wörlitz“. 

Prof. Ibisch ist unter anderem Biologe und Ökologe mit weltweiter Erfahrung in den Bereichen
Naturschutz, nachhaltige Entwicklung und Ökosystemmanagement. Der Professor für "Sozialökologie der Waldökosysteme" ist seit 2004 an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde tätig und seit 2024 Gründungsstudiengangsleiter für "Sozialökologisches Waldmanagement". Er forscht mit seinem Team unter anderem zu waldökologischen Fragen und setzt sich für eine sozialökologische Waldbewirtschaftung ein.

Ein herzliches Dankeschön geht an die vielen aktiven Mitorganisatoren und Helfer, insbesondere an Luisa Littich von der BUND-Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, die uns auch werbetechnisch hervorragend begleitet hat. Ohne dieses Engagement wären unsere Aktionen nicht möglich.


Bericht des Econics Institute e.V. zum Vortrag

Birgit Rac

Sprecherin

Melanie Strube

Stellvertretende Sprecherin
E-Mail schreiben Tel.: 0391/563078-23

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