(Herny Sonnet)
Der 3400 m² große Garten ist naturnah gestaltet und bietet viel Platz zum Spielen, Pflanzen, Ernten, Erholen und Genießen. Der Ökogarten ist ein Gemeinschaftsgarten, in dem nach Permakultur-Prinzipien Kräuter, Obst und Gemüse angebaut werden.
Außerdem legen wir viel Wert auf den Erhalt der Artenvielfalt und den Schutz von Wildtieren durch verschiedene Blühflächen mit vielfältigen Wildpflanzen und Beeten, auf denen eigenes Obst und Gemüse nach biologischen Richtlinien angebaut wird.
Typische Arbeiten im Ökogarten sind z.B.:
- Pflanzen gießen, wenn es im Sommer trocken und heiß ist,
- Mahd der Wiesen,
- Beete vorbereiten, bepflanzen und pflegen,
- verschiedene Handwerksarbeiten wie z.B. der Bau eines Schuppens oder von Sitzmöglichkeiten
- sowie der Schnitt von Sträuchern und Bäumen
Im Ökogarten sind alle willkommen, die mitwirken wollen und ein achtsames, faires, ehrliches und tolerantes Miteinander anstreben.
+++Neuigkeiten+++
Umbau zum Waldgarten aufgrund der klimatischen Veränderungen
(Herny Sonnet)
14.10.2026
Seit einigen Jahren bekommen wir die zunehmende Trockenheit im Sommer deutlich zu spüren. In diesem Frühjahr hatte es in Magdeburg noch regelmäßig geregnet, so dass der Boden feucht war. Die Obstbäume blühten und entwickelten Früchte. Wiesensalbei, Skabiosen, Vogelwicke, Johanniskraut und andere Wildkräuter zogen Wildbienen und Schmetterlinge an. Doch dann folgte Ende Juni eine Hitzeperiode einhergehend mit wenig Niederschlägen. Die Trockenheit dauerte bis Ende September an. In dieser Zeit trocknete der Boden zunehmend aus. Die Bäume ließen die Blätter hängen und warfen verfrüht ihre Früchte ab. Die meisten Obstbäume standen ungeschützt in der Sonne, was zusätzlichen Stress verursachte.
Es war deutlich zu beobachten, dass Bäume, die zumindest einen Teil des Tages im Schatten standen, besser mit der Trockenheit zurecht kamen als Bäume ohne Sonnenschutz. Einige junge Obstbäume wären vertrocknet, wenn sie nicht provisorisch mit belaubten Zweigen vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt worden wären. Eine unserer Haupttätigkeiten im Sommer ist das regelmäßige Bewässern der Pflanzen. Nicht, um hohe Erträge zu erzielen, sondern um zu verhindern, dass Stauden, Sträucher und junge Bäume vertrocknen. Das gesammelte Regenwasser reicht dafür nicht aus, so dass wir zusätzlich auf Brunnenwasser zurückgreifen müssen. Angesichts sinkender Grundwasserpegel sehen wir die Entnahme von Brunnenwasser jedoch als problematisch. Daher haben wir uns entschieden, einen Teil des Gartens zu einem Waldgarten umzubauen. Wir erhoffen uns dadurch, dass der Garten resilienter gegenüber den Klimaveränderungen wird, die wir bereits erleben.
In einem Waldgarten wachsen vielfältige Pflanzen sehr dicht beieinander. Durch das Anlegen mehrerer Stockwerke sollen die Pflanzen optimal voneinander profitieren. Im unteren Bereich wachsen Bodendecker, mehrjährige Kräuter und Gemüsepflanzen. Darüber beispielsweise Beeren und andere Sträucher wie z.B. Haselnuss. Diese werden wiederum von der Baumschicht überragt. Die Baumschicht kann zusätzlich in eine niedrige Baumschicht (z.B. Obstbäume) und eine Kronenschicht (z.B. Walnuss oder Ahorn) unterteilt werden. Zu den Vorteilen des engen Beieinanderstehens von vielfältigen Pflanzen zählen neben dem Schutz vor zu viel Sonne auch eine verbesserte Wasser- und Nährstoffversorgung. Dies wurde auch durch Forschungsergebnisse bestätigt. So hat die kanadische Forstwissenschaftlerin Suzanne Simard in ihrem Buch „Die Weisheit der Wälder“1 beispielsweise beschrieben, wie Pilze und Pflanzen eine Symbiose (Mykorrhiza) eingehen und dabei ein unterirdisches Netzwerk erschaffen. Die Pilze helfen den Pflanzen bei der Versorgung mit Wasser und Nährstoffen, und die Pflanzen liefern den Pilzen wiederum durch Photosynthese gewonnenen Zucker. Gleichzeitig werden die Pflanzen durch das Netzwerk miteinander verbunden und können dadurch überlebenswichtige Informationen austauschen. In ihren Experimenten zeigte Simard, dass sich Pflanzen – gleicher und unterschiedlicher Arten – miteinander verbünden und so zum Erhalt des gesamten Ökosystems beitragen.
Vielleicht liegt die Zukunft des Gärtnerns angesichts der klimatischen Herausforderungen darin, wieder verstärkt mit der Natur zusammenzuarbeiten und dabei neue Wege zu gehen. Bestehende Waldgartensysteme2 zeigen, dass sie vital, widerstandsfähig und ertragreich sind. Wenn nicht jetzt, wann dann? Der Umbau braucht schließlich auch seine Zeit.
1 Simard, S. (2024): „Die Weisheit der Wälder“. btb Verlag, München
2 Bücher zu Waldgartensystemen sind z.B. Whitefield, P. (2022): „Das große Handbuch Waldgarten“ oder Crawford, M. (2024): „Einen Waldgarten erschaffen“