Wiesenweihe-Schutzprojekt in 2026 angelaufen

18. Juni 2026 | BUND, Grünes Band, Landwirtschaft, Lebensräume, Naturschutz

Das Schutzprojekt für die stark gefährdete Wiesenweihe des Bund für Umwelt und Naturschutz Sachsen-Anhalt (BUND) ist erfolgreich in die neue Brutsaison gestartet.

 (René Fonger)

Das Schutzprojekt für die stark gefährdete Wiesenweihe des Bund für Umwelt und Naturschutz Sachsen-Anhalt (BUND) ist erfolgreich in die neue Brutsaison gestartet. Die Wiesenweihe ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen. Wie der Name andeutet, lebt sie im Offenland und brütet dort auf dem Boden – früher in Wiesen und Hochstaudenfluren, heute fast nur noch in Getreidefeldern. Da die Ernte meist vor dem Flüggewerden der Jungen erfolgt, werden dabei viele Bruten vernichtet. Hier setzt die Arbeit des BUND-Projektleiters und Ornithologen René Fonger an: Er versucht die Nester frühzeitig zu finden und mit einem Zaun vor den Erntemaschinen zu schützen. Die Bewirtschafter sparen einen kleinen Feldabschnitt bei der Ernte aus und lassen ihn stehen bis die Jungen flügge sind und wegfliegen.  

„Die Zäune, die mein Team und ich aufstellen, schützen die Eier und die jungen Weihen sehr erfolgreich vor Fressfeinden. Ab Mitte Juli werden die Jungvögel flügge – Das Brutgeschehen kann aber bis weit in den August andauern.“, erklärt BUND-Projektleiter René Fonger.     

Die Kooperation mit der Landwirtschaft funktioniert nun schon über 20 Jahre. Durch das Engagement der Landwirte und durch Akteure im Naturschutz wie z.B. dem BUND und der Jägerschaft war es möglich, die Bestände in Sachsen-Anhalt zu stabilisieren. 30 bis 40 Brutnachweise gibt es durchschnittlich im Bundesland – ein Großteil davon durch den BUND. In der Altmark und im Zerbster Land leben die meisten Wiesenweihen. Letztere Region erstreckt sich über die Landkreise Anhalt-Bitterfeld und das Jerichower Land.  

René Fonger berichtet über die ersten Jungtiere der Saison, die er Mitte Juni bei Klötze beobachtet hat (siehe Foto): „Auch nach all den Jahren, freue ich mich jedes Mal auf’s Neue, die ersten Jungvögel zu sehen – das ist für mich ein ganz besonderer Moment. Vier geschlüpfte Jungvögel sind ein guter Start. Wieviele dann auch flügge werden, hängt von der Nahrungsverfügbarkeit ab. Ein weiterer Faktor für den Bruterfolg sind längere Schlechtwetterphasen, wo es den Altvögeln nicht möglich ist, ausreichend zu jagen. Dann kann es sein, dass Jungvögel verhungern.“ Und weiter verrät der Ornithologe: „Der Schutz der Wiesenweihe ist mittlerweile quasi zu meiner Lebensaufgabe geworden. Wenn wir sie jetzt nicht schützen, stirbt die Art in Sachsen-Anhalt aus.“ 

Das Schutzprojekt der Wiesenweihe wird in diesem Jahr gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt. 



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