BUND fordert unabhängige Kontrolle der Rückbauarbeiten der alten Erdgasleitungen

10. März 2026 | BUND, Gesellschaft, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz, Ressourcen & Technik

Nachdem es sich als sehr wahrscheinlich abzeichnet, dass der Quecksilberfund bei Cheine im Zusammenhang mit den Rückbauarbeiten alter Erdgasleitungen steht, stellen sich für den Bund für Umwelt und Naturschutz Sachsen-Anhalt (BUND) mehrere drängende Fragen:

 (Remigiusz Góra)

- Gibt es neue Erkenntnisse zu möglichen Verursachern?

- Besteht die Gefahr, dass noch andere Orte mit Quecksilber kontaminiert wurden?

- Gibt es dazu jetzt weitergehende Untersuchungen?

- Wie kontrolliert das Landesamt für Geologie und Bergwesen die Einhaltung der Umweltauflagen beim Rückbau der Erdgasleitungen? Haben Landkreis oder Stadt eigene Kontrollen durchgeführt?

- Gibt es eine unabhängige Kontrolle durch Behörden oder externe Sachverständige?


„So sehr wir als BUND auch den Rückbau des mehrere Hundert Kilometer langen Leitungsnetzes aus der Gasförderung begrüßen, so stellt sich doch die Frage: Wie werden diese Arbeiten überwacht? Beim Rückbau wird mit hochgradig toxischen Stoffen umgegangen – neben Quecksilber auch radioaktive Substanzen, die ein erhebliches Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt aufweisen. Gibt es dazu behördlicherseits regelmäßige Kontrollen oder eine Überwachung durch externe Sachverständige?“ fragt Dieter Leupold, stellvertretender Landesvorstand des BUND Sachsen-Anhalt. 

„Eine Eigenüberwachung durch den Erdgasbetrieb oder die ausführenden Firmen halten wir dabei für nicht ausreichend. Bei dem jetzigen Vorfall in Cheine hat der Betreiber zunächst verneint, dass es im Umfeld Arbeiten gegeben hat.“ Ein solches Verhalten ist nach Meinung des BUND nicht geeignet, Transparenz und Vertrauen in der Bevölkerung herzustellen.

Der BUND weist außerdem auf einen anderen Sachverhalt hin: Die Rohre, die beim Rückbau der Erdgasleitungen anfallen, werden zur Dekontamination nach Steinitz bei Salzwedel gebracht. Dort werden mit einem Hochdruckwasserstrahl-Verfahren die Verkrustungen, die die gefährlichen Substanzen enthalten, aus den Rohren entfernt. Auch hier wirft der Umwelt- und Naturschutzverein die Frage auf, in welcher Form diese Arbeiten überwacht und kontrolliert werden. Und ob dabei sicher ausgeschlossen werden kann, dass diese Stoffe in die Umwelt gelangen.

„Aus Sicht des BUND wäre es angebracht, zeitnah in einer Sitzung des Umweltausschusses des Kreistages durch die zuständigen Behörden und den Erdgas-Betreiber die Öffentlichkeit über den Stand der Ermittlungen, die Überwachung der Rückbauarbeiten und Konsequenzen aus dem jetzigen Quecksilberfund zu informieren. Das würde umfassende Transparenz herstellen und Vertrauen zurückgewinnen.“, so das abschließende Fazit von Dieter Leupold.





Kontakt: 

Dieter Leupold, Stv. Landesvors. BUND Sachsen-Anhalt e.V., Tel. 039000 986272, Mobil: 0151 12558830, gruenesband(at)bund-sachsen-anhalt.de


Luisa Littich, Öffentlichkeitsarbeit, Mobil: 0151 23537190, E-Mail: luisa.littich(at)bund-st.de   

 

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