Diese dringlichen Forderungen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Sachsen-Anhalt (BUND):
- Um alle Zweifel nach der Herkunft des Quecksilbers auszuräumen ist umgehend eine Analyse des Quecksilbers auf Begleitstoffe durchzuführen, die auf einen Zusammenhang zur Erdgasförderung schließen lassen, insbesondere Blei ist dafür ein geeigneter Stoff. Sollten diese Untersuchungen bereits durchgeführt worden sein, so sind die Ergebnisse, auch unabhängig von noch laufenden Ermittlungsverfahren, der Öffentlichkeit mitzuteilen um Transparenz herzustellen.
- Sämtliche Verfahrensschritte, die den Umgang mit Quecksilber oder anderen gefährlichen Stoffen beinhalten, sind einer kritischen Überprüfung auf Schwachstellen zu unterziehen. Dies betrifft sowohl den Rückbau der alten Gasleitungen als auch Arbeiten auf den Sondenplätzen sowie Transportwege.
- Bei allen Rückbau-, Sanierungs- und Reinigungsarbeiten an Erdgasanlagen ist sicher zu stellen, dass eine vom Betreiber oder Dienstleistern unabhängige Kontrolle der einzelnen Arbeitsschritte durch Behörden oder externe Gutachter erfolgt.
- Auch die Anlage in Steinitz ist regelmäßig auf Emissionen von Quecksilber und anderen Stoffen zu überprüfen. Gleiches gilt für die Giftmüllgrube in Brüchau. Es ist aus Sicht des BUND unverantwortlich, dass hier seit ca. 10 Jahren keine Kontrollen mehr durchgeführt wurden, obwohl es Hinweise auf erhöhte Quecksilberwerte in Pilzen im Umfeld von Steinitz sowie erhöhte Quecksilberwerte in der Bodenluft am Standort Brüchau gibt, die aber nur das Deponiegelände betreffen sollen.
„Die Menschen in der Region erwarten ein konsequentes Handeln der Behörde um Schäden für Mensch und Umwelt abzuwehren. Es kann nicht sein, dass Landesbergamt und Landkreis jeweils mit dem Finger auf den anderen zeigen. Auch Neptune Energy sollte sich seiner Verantwortung stellen und tätig werden“ so Dieter Leupold, stv. Landesvors. des BUND Sachsen-Anhalt.
Kontakt
Dieter Leupold, Stv. Landesvors. BUND Sachsen-Anhalt e.V., Mobil: 0151 12558830, gruenesband(at)bund-sachsen-anhalt.de
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02. Mai 2026
Erneuter Quecksilberfund in Cheine wirft viele Fragen auf
Wie der BUND heute erfahren hat wurden durch Mitglieder der Bürgerinitiative Saubere Umwelt & Energie Altmark erneut kleine Mengen metallisches Quecksilber in dem abgesperrten Bereich bei Cheine gefunden. Die Polizei wurde informiert und will sich mit der zuständigen Gefahrenabwehrbehörde in Verbindung setzen.
Dieser Fund wirft aus Sicht des BUND viele Fragen auf:
- Wie kann es sein, dass trotz Absuche und Einsatz von Spezialkräften weiterhin oberflächlich metallisches Quecksilber zu finden ist?
- Welche akuten Gefahren für Mensch und Umwelt gehen von diesem Fundort aus? Erfolgt eine regelmäßige Kontrolle der Luft auf Spuren von Quecksilber? Gerade mit steigenden Temperaturen dürfte die Gefahr von Ausgasungen steigen.
- Müsste die Sanierung nicht beschleunigt durchgeführt werden?
Weiterhin möchte der BUND seine Forderung erneuern, dass Proben des Quecksilbers auf Spuren weiterer Stoffe untersucht werden, die auf einen Zusammenhang zur Erdgasförderung schließen lassen.
„Der BUND hat unmittelbar nach Bekanntwerden der Quecksilberfunde in Cheine bereits gefordert, dass eine solche Untersuchung auf Begleitstoffe aus der Erdgasförderung stattfindet. Der Anteil von Blei könnte dabei ein wichtiger Indikator sein und Hinweise auf die Herkunft des Quecksilbers geben“ untermauert Dieter Leupold, Stv. Landesvors. des BUND Sachsen-Anhalt, die erneute Forderung des BUND. „Wie kann es sein, dass in dieser Richtung anscheinend noch nichts unternommen wurde? Wir fordern die Fachbehörden auf hier endlich konsequent zu handeln und alle Zweifel an der Herkunft des Giftes auszuräumen“, so Leupold weiter.
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10. März 2026
BUND fordert unabhängige Kontrolle der Rückbauarbeiten der alten Erdgasleitungen
Nachdem es sich als sehr wahrscheinlich abzeichnet, dass der Quecksilberfund bei Cheine im Zusammenhang mit den Rückbauarbeiten alter Erdgasleitungen steht, stellen sich für den Bund für Umwelt und Naturschutz Sachsen-Anhalt (BUND) mehrere drängende Fragen:- Gibt es neue Erkenntnisse zu möglichen Verursachern?
- Besteht die Gefahr, dass noch andere Orte mit Quecksilber kontaminiert wurden?
- Gibt es dazu jetzt weitergehende Untersuchungen?
- Wie kontrolliert das Landesamt für Geologie und Bergwesen die Einhaltung der Umweltauflagen beim Rückbau der Erdgasleitungen? Haben Landkreis oder Stadt eigene Kontrollen durchgeführt?
- Gibt es eine unabhängige Kontrolle durch Behörden oder externe Sachverständige?
„So sehr wir als BUND auch den Rückbau des mehrere Hundert Kilometer langen Leitungsnetzes aus der Gasförderung begrüßen, so stellt sich doch die Frage: Wie werden diese Arbeiten überwacht? Beim Rückbau wird mit hochgradig toxischen Stoffen umgegangen – neben Quecksilber auch radioaktive Substanzen, die ein erhebliches Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt aufweisen. Gibt es dazu behördlicherseits regelmäßige Kontrollen oder eine Überwachung durch externe Sachverständige?“ fragt Dieter Leupold, stellvertretender Landesvorstand des BUND Sachsen-Anhalt.
„Eine Eigenüberwachung durch den Erdgasbetrieb oder die ausführenden Firmen halten wir dabei für nicht ausreichend. Bei dem jetzigen Vorfall in Cheine hat der Betreiber zunächst verneint, dass es im Umfeld Arbeiten gegeben hat.“ Ein solches Verhalten ist nach Meinung des BUND nicht geeignet, Transparenz und Vertrauen in der Bevölkerung herzustellen.
Der BUND weist außerdem auf einen anderen Sachverhalt hin: Die Rohre, die beim Rückbau der Erdgasleitungen anfallen, werden zur Dekontamination nach Steinitz bei Salzwedel gebracht. Dort werden mit einem Hochdruckwasserstrahl-Verfahren die Verkrustungen, die die gefährlichen Substanzen enthalten, aus den Rohren entfernt. Auch hier wirft der Umwelt- und Naturschutzverein die Frage auf, in welcher Form diese Arbeiten überwacht und kontrolliert werden. Und ob dabei sicher ausgeschlossen werden kann, dass diese Stoffe in die Umwelt gelangen.
„Aus Sicht des BUND wäre es angebracht, zeitnah in einer Sitzung des Umweltausschusses des Kreistages durch die zuständigen Behörden und den Erdgas-Betreiber die Öffentlichkeit über den Stand der Ermittlungen, die Überwachung der Rückbauarbeiten und Konsequenzen aus dem jetzigen Quecksilberfund zu informieren. Das würde umfassende Transparenz herstellen und Vertrauen zurückgewinnen.“, so das abschließende Fazit von Dieter Leupold.
Kontakt
Dieter Leupold, Stv. Landesvors. BUND Sachsen-Anhalt e.V., Mobil: 0151 12558830, gruenesband(at)bund-sachsen-anhalt.de
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