Die Pläne der Bundeswehr, ein zweiwöchiges Karrierecamp im Mai samt Tiefflügen und umfangreicher Technikpräsentation auf dem Brocken durchzuführen kommentiert Christian Kunz, Landesgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Sachsen-Anhalt (BUND):
„Uns ist bewusst, dass die Bundeswehr großflächig Nachwuchs ansprechen möchte und dafür öffentlichkeitswirksame Formate benötigt. Gleichzeitig muss sorgfältig abgewogen werden, ob ein Nationalpark für ein zweiwöchiges Bundeswehrcamp samt Hubschrauberlandungen und Tiefflügen während der Brutzeit streng geschützter Arten der geeignete Ort ist. Wir appellieren daher an das Bundesministerium der Verteidigung nach einem alternativen Veranstaltungsort zu suchen. Landrat Thomas Balcerowski rufen wir dazu auf, die Naturschutzpflichten vor Ort zu priorisieren.“
Hintergrund
Der Brocken mit seinen 1.141 Metern ragt steil aus der norddeutschen Tiefebene hervor. Um den stürmischen Berg, der oft im Nebel verschwindet, tummeln sich im Harz viele bedrohte Pflanzen- und Tierarten. Denn dieses geschichtsträchtige, sagenumwobene Gebirge mitten in Deutschland war während der deutsch-deutschen Teilung 40 Jahre lang Sperrgebiet. 40 Jahre, in denen sich die Natur im Schatten der Grenze erholen konnte und eine große Artenvielfalt hervorbrachte, die noch heute im Grünen Band Rückzugsräume findet.
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