Seit Jahren schafft es die kleine Gruppe von Natur- und Obstliebhabern, die Streuobstwiese Abbenrode-Gönnenicht zu pflegen und ihr zu neuer Kraft zu verhelfen. Wolfgang Aldag stellt hierbei fest: „Die Entwicklung von ökologischen Oasen, der Schutz von Streuobstwiesen und naturnahen Wäldern und weiteren Biotopen in der Kulturlandschaft ist an dieser Stelle besonders effektiv. Das hier angrenzende Grüne Band ist neben den großen Flüssen in Deutschland das größte ökologische Verbundsystem unseres Landes. Die Politik – auch der Grünen im Landtag – hat hier die richtigen Weichen gestellt."
Christian Kunz, BUND-Landesgeschäftsführer, ergänzt: "Die Politik hat es dem Naturschutz bisher nicht immer leicht gemacht. Das Engagement für ein nationales Natur- und Kulturerbe „Grünes Band“ muss aber auf jeden Fall als Erfolg unserer Arbeit und der Arbeit des Landtages in den vergangenen Legislaturen gewertet werden."
In der Diskussion wurde aber auch klar, dass die Politik allein nicht für alle naturschutzrelevanten Themen Lösungen auf den Weg bringen kann. Die Arbeit von vielen Ehrenamtlichen in Vereinen und Verbänden, wie dem BUND, ist essentiell, damit sich Notwendiges entwickelt. "Die Zivilgesellschaft muss gestärkt werden, eigenintiativ Probleme zu lösen. Die Arbeit der BUND-Ortsgruppe Wernigerode ist hier vorbildlich und zeigt, das Engagement zu Gemeinschaft führt. Wer seine Heimat entwickeln und schützen möchte, muss sich engagieren und kann so kleine und große Dinge im Umfeld zum Positiven verändern.", so Christian Kunz.
Über die BUND-Streuobstwiese Abbenrode-Gönnenicht
Auf der 5,5 Hektar großen Fläche stehen bis zu 250 Obstbäume – von neu gepflanzten bis zu absterbenden, greisen Obstbäumen. Wahrscheinlich wurde die Wiese in den 1970er bis 80er Jahren ausschließlich mit Apfelbäumen bepflanzt. Die BUND-Ortsgruppe Wernigerode hat sich entschlossen, diese verbandseigene Streuobstwiese zu rekultivieren und langfristig zu pflegen. Bis 2024 wurden dort nur zwei jährliche Arbeitseinsätze pro Jahr durchgeführt. Dies war bei Weitem nicht ausreichend, denn auf der Wiese hat sich das Unterholz stark ausgebreitet und viele Bäume haben ihr natürliches Lebensalter überschritten. Seither trifft sich der BUND Wernigerode regelmäßig für Pflegeeinsätze, ließ einen Großteil der alten Obstsorten auf der Wiese durch Pomologen bestimmen und pflanzte bereits zwölf Jungbäume. Ein Teil der Fläche wird bewusst im verbuschten Zustand als Rückzugsraum für Wildtiere und Nistort für Vögel belassen. Weitere Arbeitseinsätze im Jahresverlauf 2026 werden derzeit geplant. Über Mitstreiter würde sich die Gruppe sehr freuen. Falls Sie interesst sind, schreiben Sie eine E-Mail an bund.wernigerode(at)bund.net.