Umweltfrevel im Seebenauer Holz am Grünen Band

20. März 2026 | BUND, Naturschutz, Lebensräume, Grünes Band, Gesellschaft, Flüsse & Gewässer

Aufmerksame Anwohner haben dem BUND die Zerstörung von fünf Sohlschwellen in Entwässerungsgräben im Seebenauer Holz gemeldet. Dadurch kann das Wasser ungehindert abfließen und entwässert massiv diesen wertvollen Feuchtwald am Grünen Band.

Das Seebenauer Holz ist Brutplatz vom Kranich und anderen nach der EU-Vogelschutzrichtlinie streng geschützten Arten. Auch Amphibien wie der Moorfrosch finden hier gute Laichbedingungen vor. All diese Arten sind ebenso wie die Erlenbruchwälder auf hohe Wasserstände angewiesen. Dies wird jetzt durch diesen massiven Eingriff in den Wasserhaushalt akut bedroht.

Das Seebenauer Holz ist auf Grund seiner wertvollen Art- und Biotopausstattung als Natura 2000-Gebiet sowohl nach der EU-Vogelschutz- als auch FFH-Richtlinie streng geschützt. Alle Maßnahmen, die zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes führen können sind daher verboten.

Beim BUND stößt diese Maßnahme auf vollkommenes Unverständnis. „Überall wird die Bedeutung von Wasserrückhalt in der Landschaft als Anpassung an den Klimawandel, aber auch als Strategie für einen natürlichen Klimaschutz und zum Erhalt der Biodiversität diskutiert. Das Landes-Wassergesetz ist dafür im letzten Jahr entsprechend geändert worden, und jetzt so ein Frevel“ so Dieter Leupold, Projektleiter Grünes Band beim BUND Sachsen-Anhalt. „Gerade das jetzige Frühjahr mit sehr wenigen Niederschlägen zeigt wieder einmal sehr deutlich wie wichtig Wasserrückhalt in der Landschaft ist." so Leupold weiter. „Der BUND erwartet daher, dass das Umweltamt des Altmarkkreises Salzwedel als zuständige Behörde umgehend eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes veranlasst. So kann vielleicht noch das Schlimmste vor der beginnenden Brutsaison verhindert werden“ so die klare Forderung des BUND.

Zudem kündigt der BUND an auf das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten zu zu gehen um Perspektiven für ein Bodenordnungsverfahren für dieses Gebiet auszuloten. Denn solche Verfahren bieten eine gute Möglichkeit Nutzungs- und Interessenkonflikte auszugleichen. Ein wichtiger Partner ist dabei auch die Landesforst, denen große Teile des Seebenauer Holzes gehören.

Diese Sohlschwellen im Seebenauer Holz wurden vor gut 30 Jahren durch den damaligen Landkreis Salzwedel mit Hilfe von Fördermitteln des Landes Sachsen-Anhalt errichtet um die massiven Auswirkungen der zu DDR-Zeiten tief ausgebauten Entwässerungsgräben in diesem Feuchtwald zu minimieren. Sie sind sehr massiv mit einer Pfahlreihe, einem Erdkern und einer mit Wasserbausteinen befestigten Überlaufrinne errichtet worden. Für die Zerstörung muss daher ein Bagger eingesetzt worden sein.

Der BUND bittet darum Hinweise auf Verursacher an das Umweltamt zu melden.

 

Für Rückfragen:
Dieter Leupold: 0151/12558830

 

Fotos zerstörter Sohlschwellen (Quelle: privat)

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