Entlang des Grenzwanderwegs im Harz
Nach einer längeren Anreise aus Erfurt und Magdeburg wartete auf 15 wanderwillige junge Menschen herrliches Wetter – und der ehemalige Kolonnenweg durch den Harz. Nach einer Mittagspause und dem gegenseitigen Kennenlernen ging es ca. 10 Km über Stock und Stein. Am frühen Abend erreichten wir Sorge, wo das inhaltliche Highlight des Wochenendes auf uns wartete. Mit zwei Zeitzeug*innen machten wir uns vom ehemaligen Sperrgebiet aus auf den Weg zur früheren Grenze. Dank der Menschen, die Vieles hautnah miterlebt hatten, konnten wir uns ein Bild von einer verschlossenen, stark gesicherten Grenze mit zwei Schutzzäunen, Patrouillen und Minenfeldern machen. Schockierend wirkte auf uns, wie willkürlich hier Politik auf Kosten von Menschenleben betrieben wurde. Nach einer Kletterpartie auf einen erhaltenen Grenzwachturm machten wir uns auf den Rückweg. In Sorge erwartete uns noch das kleine Grenzmuseum mit zahlreichen Ausstellungsstücken von damals. Nach diesem aufregenden Tag stürzten wir uns in der Unterkunft noch auf das Abendessen, ehe wir uns endlich für den nächsten Tag ausruhen konnten.
Nach einem ausgewogenen Frühstück machten wir uns früh auf den Weg unserer 2. Etappe. Bis zum Ziel Rotheshütte waren es 12 Km, die wieder entlang des Kolonnenwegs quer durch den Harz führten. Bei spannenden Gesprächen zwischen den vielen Teilnehmenden und herrlichen Ausblicken zwischendurch, fühlte sich der Weg gar nicht so weit an. Zwischen Bäumen, Wiesen und Moosflächen nahmen wir uns Zeit für die ein oder andere Pause zum Energie auffüllen und einen Mittagssnack. Kurz vor dem Ende unserer Reise erreichten wir noch den Drei-Länder-Stein, der auch zu unserem Programm gehörte. Heute teilen sich Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt ihre Grenzen hier, früher waren es andere Herzogtümer. Doch bis auf einen Stein mitten im Wald war von einer Grenze nichts zu entdecken. Eine Teilnehmerin fasste es richtig zusammen: An diesem Ort war gut zu erkennen, dass Grenzen nur auf dem Papier existieren! Kurz darauf erreichten wir das Dorf Rotheshütte, wo es per Bus und Zug wieder heimwärts ging. Bei unserer Abschlussrunde gab es viele dankbare Worte und tolle Rückmeldungen über ein gelungenes Wanderwochenende – Grund genug auch im nächsten Jahr einen spannenden Ausflug zu planen!
Unser Dank gilt den Zeitzeug*innen und dem Grenzverein Sorge für ihr geschichtliches Engagement, sowie dem Landesverband Thüringen für die tolle Zusammenarbeit!
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