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BUND Sachsen-Anhalt

Verbreitung in Deutschland und Europa

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Wildkatze in Europa, mit Ausnahme Skandinaviens, weit verbreitet. Der Verlust von Waldlebensräumen und die intensive Bejagung der Wildkatze führten zu einem starken Rückgang der Art.

Heute leben Wildkatzen noch auf dem Balkan, in Italien, auf der iberischen Halbinsel und in Zentraleuropa. Von Frankreich über Südostbelgien und Luxemburg bis hin nach Südwestdeutschland erstreckt sich eines der größten Verbreitungszentren, ohne in Kontakt zu den Harzer Wildkatzen zu stehen. Die schottischen Wildkatzen sind inzwischen stark mit Hauskatzen durchmischt. "Genetisch reine" Europäische Wildkatzen kommen im ehemals nördlichsten Verbreitungsgebiet nicht mehr vor.

Verbreitung in Sachsen-Anhalt

Die großen und noch wenig zerschnittenen Waldgebiete des Harzes haben dazu beigetragen, die Wildkatze vor dem Aussterben zu bewahren.

Heute ist der Harz eines der wichtigsten Verbreitungsgebiete der Wildkatze in Europa.

In Sachsen-Anhalt ist der Harz das einzige Verbreitungszentrum der Wildkatze. Bis in Höhenlagen von 800 m kommt sie hier regelmäßig vor. Auch die angrenzenden niedersächsischen und thüringischen Bereiche des Harzes sind von der Wildkatze besiedelt.

Wie viele Wildkatzen in Sachsen-Anhalt genau leben, ist schwer zu ermitteln. Nach Schätzungen gibt es etwa 600 - 800 Wildkatzen in Sachsen-Anhalt, die zum Großteil im Ostharz vorkommen.

Bei einer landesweiten Erhebung im Jahr 2006 konnte eine positive Entwicklung des Harzer Wildkatzenbestandes in den letzten Jahren festgestellt werden. So wurden Wildkatzen wieder außerhalb der geschlossenen Waldgebiete des Harzes im nördlichen Harzvorland nachgewiesen, in denen sie lange Zeit verschwunden waren (z.B. Harslebener Berge). 

 

Nördliches Harzvorland

Im nördlichen Harzvorland wurde die Wildkatze in den letzten Jahren wieder häufiger in den Harslebener Bergen und östlich angrenzenden Gebieten beobachtet. Im Hakelforst ist sie seit Mitte der 1990er Jahre wieder heimisch.
Aus dem Waldgebiet Hohes Holz ist bisher kein Wildkatzenvorkommen bekannt. Dass Wildkatzen aber auch hier versuchen werden, neue Lebensräume zu erobern, ist sehr wahrscheinlich. Als Trittsteinbiotope für eine mögliche Wiederbesiedlung der großen Waldgebiete in der Altmark sind solche Waldinseln von großer Bedeutung.  

 

Südliches Harzvorland

Bewaldete Strukturen des südlichen Harzvorlandes spielen eine große Rolle für den Populationsverbund zwischen dem Harz und nordthüringischen Waldgebieten. In dem Trittsteinbiotop Ziegelrodaer Forst wird die Wildkatze seit Mitte der 1990er Jahre wieder regelmäßig beobachtet. Verkehrsopfer zwischen Südharz und Kyffhäuser zeigten, dass sich Wildkatzen auf der Suche nach Lebensräumen auch fernab großflächiger Wälder aufhalten.

Aktuelle Wildkatzen-Nachweise

In Sachsen-Anhalt befindet sich das wichtigste Verbreitungsgebiet im Ostharz. Weitere Vorkommen konnten in den Waldgebieten von Huy und Hakel, im Ziegelrodaer Forst, im Unstrut-Saale-Triasland und in der Hohen Schrecke nachgewiesen werden. 

In der Colbitz-Letzlinger Heide nördlich von Magdeburg und in den Akener Elbauen konnten jüngst Reproduktionsnachweise erbracht werden.

In den größeren Waldgebieten Sachsen-Anhalts, wie der Dübener Heide, Glücksburger Heide, Annaburger Heide und im Fläming werden Wildkatzenvorkommen bisher nur vermutet.  

Nehmen Sie Kontakt auf!

Nicole Hermes

Projektleiterin Artenschutz, Projektbüro Wildkatze & Co.
E-Mail schreiben Tel.: (0345) 68 25 76 08

Therese Thümmler

Projektmitarbeiterin Artenschutz, Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail schreiben Tel.: (0345) 68 25 76 08

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