28. Juli 2026 | Meldung
Bodenatlas 2024
Mit diesem Atlas wollen wir auf eine Ressource aufmerksam machen, die bei der Bewältigung vieler globaler Krisen eine Schlüsselfunktion innehat: unsere Böden. Böden sind unsere Lebensgrundlage. Und doch stehen sie selten im Rampenlicht der gesellschaftlichen und politischen Debatte.
Denn weltweit hungern immer mehr Menschen. Das Ziel, den Hunger bis 2030 zu überwinden, ist in weite Ferne gerückt. Für Menschen in ländlichen Regionen ist der Zugang zu gesunden, fruchtbaren Böden ein zentraler Faktor, um sich aus Hunger und Armut zu befreien. Durch den einseitigen Fokus auf Mineraldünger können sehr saure Böden in manchen von Hunger besonders betroffenen Weltregionen bestimmte Nährstoffe wie Phosphor nicht mehr richtig aufnehmen, was zwangsläufig zu einer geringeren Nahrungsmittelproduktion führt.
Böden sind außerdem sehr wichtig für Klimaschutz und Klimaanpassung. Werden sie nicht nachhaltig bewirtschaftet, setzen sie große Mengen klimaschädlicher Treibhausgase frei. Eine nachhaltige Nutzung von Böden trägt hingegen dazu bei, dass sie mehr Wasser speichern können.
Böden sind nicht nur lebenswichtig, sondern auch eine begrenzte Ressource: Durch das Bevölkerungswachstum steht jedem Menschen immer weniger Land zur Verfügung. Böden sind daher vielfach auch umkämpft. Das weltweite Wachstum der Städte führt zu immer mehr Bodenversiegelung. Häufig sind besonders fruchtbare Böden betroffen, da sie der Grund für die ersten menschlichen Ansiedelungen waren.
Investitionen in landwirtschaftliche Böden durch Kapitalgesellschaften erschweren es neuen und kleineren landwirtschaftlichen Betrieben, Land zu erwerben oder zu pachten. In Afrika, Asien und Lateinamerika entwurzelt „Landgrabbing“ lokale Gemeinschaften.
Möglicher Flächenfraß im Burgenlandkreis
Nein zum Interkommunalen Gewerbegebiet im Burgenlandkreis
Mehrere Gemeinden im Burgenlandkreis wie Weißenfels, Hohenmölsen, Teuchern, Lützen sowie der Landkreis selbst planen ein Interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet an der A9. Wir als BUND-Kreisgruppe lehnen diese Planung aufgrund folgender Faktoren ab:
Soziales
Es gibt derzeit zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte und für den Zuzug von Personen fehlen insbesondere im ländlichen Raum Kita- und Schulplätze sowie Ärzte.
Ökologie
Sachsen-Anhalt-Süd zählt seit Jahren zum Trockengebiet Deutschlands, sodass bezüglich neuer Bauprojekte jede Planung danach bemessen werden sollte, wieviel Natur dadurch zum Opfer fällt. Das gilt für Neuversiegelungen von Böden und jedwede Rodung von Bäumen. Aufgrund des Landesentwicklungsplans des Landes soll ohnehin die Versiegelung von wertvollen Naturflächen fortan der Vergangenheit angehören. Zahlreiche Industriebrachen mit bereits versiegelten Böden stehen für Neuansiedlungen zur Verfügung.
Ökonomie
Es stehen unkalkulierbare Kosten zur Debatte, die mit der Machbarkeitsstudie keine logische Beantwortung finden. Eine mögliche spätere Abwälzung diverser Kosten zu Lasten der Bevölkerung wird nicht ausgeschlossen, widerspricht jedoch grundsätzlich den gesetzlich fixierten Zielen der Strukturfördermaßnahmen des Landes, als auch des BLK.
Aussagen zu Großinvestoren aus Datenschutzgründen nicht erteilen zu wollen, entspricht mitnichten dem Transparenzgrundsatz und dem Informationsgesetz Deutschlands. Die Bevölkerung hat ein Recht auf Information, auch um möglichen Ansiedlungen von Risikotechnologien bereits im Vorfeld begegnen zu können.
Wir schlagen zur Durchsetzung des mehrheitlichen Bürgerwillens eine Volksabstimmung zu dem Projekt im Burgendlandkreis vor. Strukturfördermittel müssen in erster Linie den Verbesserungen der Arbeits- und Lebensbedingungen in Kernrevier entsprechen. Das Kernrevier befindet sich weder in Bad Kösen, Naumburg, noch in Wörlitz.
Kontakt
Thomas Kuhlbrodt,
Vorsitzender KG Burgenlandkreis, thomas.kuhlbrodt@kabelmail.de
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